Aufforderung zum Genießen des Lebens!

So geh nun hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem
Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. Lass deine Kleider
immer weiß sein und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln. Genieße das
Leben mit deiner Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast,
das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben
und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne. Alles was dir
vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den
Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.

Prediger 9, Verse 7 bis 10


Es ist auf den ersten Blick ungewohnt, dass in der Bibel, also dem Wort
Gottes, auch solche Aussagen stehen, die man unter der bekannten
Aussage, "Genieße das Leben, denn man lebt nur einmal", zusammenfassen könnte. Von einem moralisierend erhobenen Zeigefinger, von Opfern und
Kasteiungen, ist nichts zu spüren.

Es ist gut, auch so etwas in der Bibel zu lesen, denn Gott möchte, dass
wir ein erfülltes Leben haben und unbeschwert leben können. Wenn das
oftmals anders ist, ist das zumeist den Folgen menschlichen Tuns zuzuschreiben.

Die heutigen Verse heben darauf ab, die Gaben, die uns Gott gibt, dankbar
anzunehmen und zu genießen, denn darüberhinaus können wir in unserer
Welt nichts bekommen.

Aber was in diesen Versen an Annehmlichkeiten aufgeführt wird, ist auch
eine ganze Menge, und es gibt viele, die unter allerlei Mängel leiden und
nicht einmal das haben. Und wenn es uns selbst gut geht, sollen wir deshalb
die anderen, denen es nicht so gut geht, nicht vergessen. Auch das eine
der zentralen biblischen Aussagen.

In den Versen klingt an, dass Lebensfreude und Lebensgenuss, auch wenn
uns das von Gott geschenkt wird, einmal ein Ende haben, weil wir sterben
müssen, denn man lebt, so gesehen, "nur einmal".

Es wäre aber falsch, alle unsere Hoffnungen und Wünsche ausschließlich mit
unserem irdischen Leben zu verbinden und zu meinen, in diesem Leben
alle Wünsche erfüllt zu bekommen.

Im Wort Gottes wird auch ein Totenreich bezeugt, wo wir nichts mehr
tun können. Allerdings beinhaltet das kein Ausgelöschtsein, sonst
könnten ja die Toten nicht auferstehen.

Von der Auferstehung der Toten klingt hier noch nichts an. Als Christen wissen wir aber, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, sondern das Beste erst noch kommt, weil wir auf das ewige Leben hoffen.


Jörgen Bauer