Endzeit und viele Erklärungsversuche!

Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten
kommen werden.

2. Timotheus 3, Vers 1



Angesichts der uns umgebenden Kriegs- und Krisenherde versucht
mancher Christ, anhand der biblischen Prophetie herauszufinden, wel-
che Aussagen auf die derzeitigen Ereignisse zutreffen.

Solche Deutungsversuche sind nicht neu, und da erinnere ich mich an
viele Meinungsäußerungen, wonach sich dieses oder jenes Geschehen
genau mit dieser oder jener Aussage in der Offenbarung deckt.

Ich halte von solchen Deutungen nicht viel, weil wir seit der Himmelfahrt
Christi in der Endzeit leben, und da ereignen sich genau diese Dinge,
von denen die biblische Prophetie spricht.

Wir sind also bereits mittendrin.

Mit der Endzeit hat man dann Verstehensprobleme, wenn man dabei
das menschliche und nicht das biblische Zeitmaß anlegt. Nach unserem
Verstehen muss die Endzeit ein menschlich überschaubarer Zeitraum
sein. Dass dies, so wie bis jetzt, auch 2000 Jahre sein können, ist da
schwer vorstellbar.

Jesus und Sein Wort sagen uns zwar bestimmte Dinge voraus, die vor
Seiner Wiederkunft eintreten werden; gleichzeitig wird uns aber auch ge-
sagt, dass Jesu Wiederkunft, selbst für die Seinen, ganz überraschend
und unvorhersehbar, kommt.

Es wird uns auch gesagt, dass Jesus länger, als erwartet ausbleiben kann.
Und weil niemand den genauen Zeitpunkt kennt, sollen wir auch allezeit be-
reit sein.

Es steht nirgendwo geschrieben, dass wir bis zu einem, explizit genannten
Geschehen in Ruhe abwarten können, weil bis dahin ohnehin nichts gesche-
hen wird.

Die biblische Prophetie beschreibt Ereignisse, die geschehen werden und
vielleicht auch schon geschehen sind, sich in dieser Art wiederholen oder
ein dauerndes Geschehen sind, weshalb sich daraus kein Zeit- oder Fahr-
plan ableiten lässt. Christen, die sehr schreckliche Dinge erlebt haben, sind
sicher schon oft zu dem Schluss gekommen, dass sich gerade jetzt diese
oder jene Prophetie erfüllt.

Was wir erkennen können und sollen ist, dass die "schlimmen Zeiten" längst
begonnen haben, wobei diese insoweit eine Steigerung erfahren, dass sie
global geworden sind.

Wir spüren, dass es, trotz aller Konferenzen und Absichtserklärungen, nichts
besser werden kann, weil der Mensch immer der Alte bleibt, dessen Dichten
und Trachten böse von Jugend auf ist und wo es keinen gibt, der vor Gott
gerecht ist.

Die technischen Möglichkeiten, die wir mittels der Elektronik haben, machen
den Menschen nicht besser, sondern bieten ihm vielmehr die Möglichkeit seine
Bosheit ins Uferlose zu multiplizieren, weshalb wir ständig vor Gaunereien
und Gemeinheiten aller Art hören und gewarnt werden.

Es heißt ständig auf der Hut zu sein. Das fängt schon damit an, dass man
beim Geldabheben am Automaten, die Tastatur abdecken soll. Und wer am
PC sitzt, so wie ich jetzt, muss aufpassen, dass ihm kein Virus oder Trojaner
untergejubelt oder sein System angezapft wird. Man kann nichts mehr unbe-
fangen tun.

Trotzdem soll uns das nicht verdrießen, ängstigen oder sonstwie belasten.
Dies weil wir auch Gottes Zusagen und Verheißungen haben, also eine positive
Prophetie, welche die Aussagen über die gefallene, untergehende und vergäng-
liche Welt mehr als aufwiegt.

In diese Richtung sollen wir an diesem Sonntag denken und Gott für alle Bewahrung und alles Hindurchtragen danken.


Jörgen Bauer