Nützt die geschenkten Gaben!

Das alles aber wirkt derselbe Geist und teilt einem jeden das Seine
zu, wie er will.

1. Korinther 12, Vers 11



In dem Abschnitt, in dem dieser Vers steht, geht es um die ganz unter-
schiedlichen Gaben, die der Geist Gottes den Seinen schenkt.

So kann der eine ein Lehrer sein, ein anderer ein Seelsorger, wieder ein
anderer erkennt Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben usw.

Hierzu habe ich eine schöne jüdische Legende von einem Rabbi namens
Susja gelesen, der vor seinem Tode gefragt wurde, ob er sein Leben
rechtschaffen und in Frömmigkeit wie der Erzvater Mose geführt habe.

Der Rabbi Susja antwortete darauf:

"In der kommenden Welt wird man nicht fragen: Warum bis du nicht wie
Mose gewesen? Man wird fragen, warum bis du nicht Susja gewesen?"

Das ist eine gute Aussagen, die zeigt auf was es ankommt. Menschen,
die Großes leisten durften, können in mancher Hinsicht Vorbilder für uns
sein, aber es kann nie darum gehen, diese zu imitieren und zu glauben,
wir wären nur jemand, wenn wir genau so, wie dieser oder jener sind.

Und das gilt nicht nur für die geistlichen Gaben, sondern auch für alle
Gaben, die wir im Leben einsetzen können.

Gott hat jeden von uns als ein einmaliges Original geschaffen, das es
weder vor noch nach uns gab oder geben wird. Und diese unsere Einma-
ligkeit ist, was zählt.

Wir sollen die Gaben, die in uns schlummern entdecken und nutzen.
Wird etwas an uns herangetragen, von dem wir meinen, dass das an-
dere besser könnten, sollten wir es trotzdem mal versuchen.

So habe ich zum Beispiel festgestellt, dass ich - wider Erwarten - recht
gut mit Sand, Steinen, Erde und Zement umgehen kann und Maurer eigent-
lich ein interessanter Beruf ist.

Viele Dinge kann ich natürlich nicht oder nicht so gut - aber ob man et-
was kann, weiß man erst, wenn man es probiert hat.

Es geht also nicht ums Überfordern, sondern um das Erkennen eigener
Begabungen, von denen jeder mehr hat, als er es für möglich hält.

Ich denke, dass es Gott gefällt, wenn wir von den, uns von IHM geschenk-
ten Gaben, Gebrauch machen, weil Gott dadurch als Schöpfer und Geber
aller Gaben verherrlicht wird.


Jörgen Bauer