Rätselhafte Zeit-ein Zeichen unserer Vergänglichkeit!

Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist,
und wie eine Nachtwache.

Psalm 90, Vers 4


Manche Christen werden von der Frage bewegt, ob sie nach ihrem Tod so-
fort beim Herrn sind oder ob sie die Zeit bis zum Tag der Auferstehung im
Grab bzw. Totenreich verbringen müssen. Und für jede der beiden Auffassungen lassen sich biblische Begründungen finden.

Was mir auffällt ist, dass bei diesen Diskussionen von einer absoluten Zeit
ausgegangen wird. Manche scheinen davon auszugehen, dass dann, wenn
wir heute den 15. September 2020 schreiben, dieses auch in der Ewigkeit
so ist. Vereinfacht gesagt, dass "Jetzt, in diesem Augenblick", auch im gesamten Kosmos "jetzt, in diesem Augenblick" ist.

Manchmal kommen die Zeugen Jehovas mit ihren speziellen Ansichten an
unsere Türe, denen ich dann gerne folgendes Beispiel vom "Schwarzen
Loch" der Astronomie bringe, das von einem sogenannten "Ereignishorizont"
umgeben ist:

Aus den Folgerungen der speziellen Relativitätstheorie ergibt sich, dass
abhängig vom Standort, dasselbe Ereignis als ein Sekundenbruchteil oder
aber auch als ein Zeitraum von Millionen oder auch Milliarden erlebt werden könnte, vorausgesetzt dass man so lange leben könnte.

(Weil weder Zeit noch Raum absolute Größen, sondern von der Masse und
der Geschwindigkeit abhängen, sind alle genannten Zeitangaben "gleich richtig.
Keine hat vor der anderen irgendeinen Vorzug.)

Ich entwickele daraus allerdings keine Theorie derart, dass der Heimgegan-
gene sich sofort als bei Gott befindlich erlebt, während er aus irdischer Sicht
bis zum Tag der Wiederkunft Christi und der Auferstehung der Toten im Grab
ruht. Also auch hier beide Zeitangaben "gleich richtig" wären.

Wie wissen nicht wie es wirklich ist, denn ähnlich, wie bei einer Vollnarkose,
würde auch ein im Grab bewusstlos Ruhender überhaupt nichts von einer
ablaufenden Zeit verspüren, weshalb er sich im Grab auch nicht "langweilen"
müsste.

Und beim Erwachen wäre das wie beim Erwachen aus einer Vollnarkose, wo
es keine Erinnerung an das zwischenzeitlich Geschehene gibt. Eine Verletzter,
der nach Jahrzehnten aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte, sprach den
Satz zu Ende, den er angefangen hatte, bevor er bewusstlos wurde.

Mir geht es darum aufzuzeigen, dass die Wirklichkeit Gottes und der unsicht-
baren Welt für uns unvorstellbar ist, weshalb wir uns nicht durch menschliche
Weisheiten und menschliche Logik vom Glauben abbringen lassen sollen, zum
Beispiel wenn gesagt wird, dass noch kein gewöhnlich Sterblicher von den To-
ten zurückgekommen ist.

Wir dürfen, können und sollen Gott vertrauen, dass er unvorstellbare und
für uns völlig "unlogische" Dinge tun kann und dass wir im Leben und im Tod immer in Seiner Hand sind.

Albert Einstein hat da etwas richtig erkannt: Denn er fragte nicht danach,
wie die Dinge unserem logischen Verstand nach zu sein hätten, sondern
wie sie wirklich sind, weil unser logischer Verstand und die Wirklichkeit
nicht übereinstimmen müssen.


Jörgen Bauer

Der geniale Albert Einstein hat herausgefunden, dass es den Raum und die Zeit unserer Anschauung in Wirklichkeit nicht gibt, sondern dass beides
höchst relativ ist und alles seine Eigenzeit hat. Es ist sehr anregend und aufschlussreich, sich mit der Speziellen Relativitätstheorie zu befassen, die
sich immer wieder glänzend bestätigt und deren Folgerungen in der Technik ständig beachtet werden müssen. Bereits beim Navigationsgerät im Auto.
Auch hier wird Gottes Schöpfermacht und seine Größe spürbar.