Was würden Petrus und Johannes heute tun?

Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zur reden oder zu
lehren in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes anworteten
und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass
wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können's ja nicht lassen, von
dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Apostelgeschichte 4, Verse 18 bis 20


Heute ist wieder Sonntag. In unserem morgendlichen Gebet bitten wir
Gott sonntags, dass er Pfarrer, Prediger und Verkünder emutigt das
Evangelium frei und offen, ohne jede Scheu und Menschenfurcht zu
verkünden und der Versuchung zu widerstehen, das Evangelium dem anzupassen, von dem sie glauben, dass es die Gottesdienstbesucher
hören wollen.

Hätten sich die Apostel in dieser Art angepasst, wären sie nicht vor den
Hohen Rat zitiert und nicht ständig drangsaliert worden, wie es bis heute
weiterhin denen geschieht, die das Evangelium klar verkünden. Aber nur
durch mutige, durch den Geist Gottes gestärkte Bekenner, konnte das Evangelium weltweit verbreitet werden.

Eine klare und eindeutige Verkündung soll im sonntäglichen Gottesdienst
die Gemeinde stärken und ermutigen. Deshalb ist dieser unverzichtbar.

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken;
denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben
und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen
unsere Versammlungen, wie einige zu tun pflegen (Hebräer 10, Verse 23
bis 25).

Auf die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander wird im Neuen Testament
immer wieder Bezug genommen, weil dort Jesus Christus und der Heilige
Geist gegenwärtig sind.

Aber als was sehe ich den Gottesdienst - in dem mir Gott dienen will -an?
Als ein sonntägliches Unterhaltungsprogramm mit christlich gefärbten philosophischen Betrachtungen oder als eine Quelle aus der mir die Kraft
für die bevorstehende Woche zufließt?

Im ersteren Fall kann mit den Gottesdiensten so umspringen, wie es jetzt
eingerissen ist. Im zweiten Fall muss es aber sehr verwundern, wenn man
sich widerstands- und widerspruchlos und dazu noch bereitwillig "Einsicht
zeigend", fragwürdige Behinderungen vorschreiben lässt.

Ist das vor Gott recht und muss man IHM nicht mehr gehorchen?

Jörgen Bauer