Im Beten keinesfalls nachlassen!

Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Lukas 18, Vers 8



Bei dem heutigen Vers könnte man meinen, dass es um das Absterben des
Glaubens geht, von dem dann bei der Wiederkunft Christi nichts mehr übrig
ist.

Aber es geht zunächst um etwas anderes!

Denn mit dem heutigen Vers schließt Jesus das Gleichnis von der bittenden Witwe ab, die dem ungerechten Richter solange auf die Nerven ging, bis dieser
der Witwe zu ihrem Recht verhalf.

Jesus sagt dazu: Wenn schon ein menschlicher Richter in dieser Weise beeinflusst werden kann um wieviel mehr muss das erst für Gott gelten, wenn man ihn inständig bittet.

Jesus sagt, dass Gott nicht zögern wird, um in Kürze Recht zu schaffen.

Mit das Gleichnis von der bittenden Witwe werden die Hörer ermutigt im Gebet
nicht nachzulassen, sondern unverschämt zu bitten, wie es Martin Luther einmal sagte.

Aber was hat das mit dem heutigen Vers zu tun, mit dem Jesus das Gleichnis abschließt?

Jesus stellt hier die Frage ob der Glaube, dass Gott Gebete erhört, bei seiner Wiederkunft noch vorhanden sein wird. Eine durchaus berechtigte Frage, wenn man an die Nöte und Bedrängnisse denkt, die vielen Christen noch bevorstehen. Da kann es dann durchaus sein, dass der Glaube zu schwächeln anfängt.

Wenn aber der Glaube schwächelt, weil man Gott nichts mehr zutraut, dann
kann das am Ende dann doch zu einem Glaubensverlust führen, weshalb die Frage Jesu, ob er bei seiner Wiederkunft noch Glauben vorfindet, auch in einem weiteren Sinn verstanden werden kann.

Aus dem Wort Gottes wissen wir, dass es zu einem großen Glaubensabfall
kommen wird, und wie es scheint befinden wir uns derzeit mittendrin. Der
Abfall vom Glauben hat weite Teile einer an die Welt angepassten Kirche und sogar bisher treue christliche Kreise erfasst, die sich Irrlehren und oft unmerklichen Verfälschungen des Wortes Gottes anschließen.

Einem Weltmenschen sind die Grundlagen des christlichen Glaubens ohnehin kaum noch vermittelbar und wenn, dann wird der Glaube auf Mitmenschlichkeit
reduziert.

Die Lage der bekennenden Gemeinde wird schwieriger. Trotzdem wird diese
aber von unserem Herrn getragen und bewahrt.

Wir dürfen uns sagen lassen, dass Gott unwandelbar und für uns da ist. Er erhört weiterhin ernstliche Gebete. Deshalb wollen wir im Gebet nicht nachlassen und ihm alles zutrauen, solange bis der Herrr wiederkommt oder
uns heimruft.


Jörgen Bauer