Der Mensch als omplexes Geschöpf Gottes!

Eine Leuchte des Herrn ist des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern.

Sprüche 20, Vers 27



Falsche Verheißungen der Hirnforschung?

Bei der Sichtung meiner Unterlagen stieß ich, unter dieser
Überschrift, auf folgende Mitteilung der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen:

"Die Hirnforschung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Im vergangenen Jahr hat etwa die Europäische Union eine Milliarde Euro an Forschungsmitteln für das „Human Brain-Projekt“ bereitgestellt. Vor 10 Jahren hatten führende Neurowissenschaftler mit einem „Manifest der Hirnforschung“ für Aufsehen gesorgt. Darin prophezeiten sie ihrer Disziplin großartige Fortschritte in Diagnostik, Therapie und Grundlagenforschung. Zum Jahrestag des Manifests hat nun eine Gruppe von Neurobiologen, Psychiatern, Psychologen und Philosophen eine ernüchternde Bilanz gezogen. In ihrem „Memorandum Reflexive Neurowissenschaft“ kritisieren sie, dass die Ziele des Manifests verfehlt worden seien, Bewusstsein und Denken biologisch erklären zu können."

Ende Zitat.

Was mich immer wieder verwundert, sind die beharrlichen und unnützen Versuche, Psychisches und Geistiges biologisch, will heißen auf materieller Grundlage, als Folge komplizierter
nervlicher Schaltungen und Rückkopplungseffekte erklären zu wollen.

Die Vorstellung dabei ist die, dass ab einer bestimmten Komplexität, Geist und Bewusstsein, als "Systemeigenschaft"
von selbst auftreten, vergleichbar mit einem Generator, bei dessen Inbetriebnahme plötzlich, gewissermaßen aus dem
Nichts, elektrischer Strom entsteht, der vorher nicht da war.

Tatsächlich entsteht hier nichts aus dem Nichts, sondern es findet eine Umwandlung von einer Kraft in eine andere statt.
Z.B. Wasserkraft in elektrische Kraft, wobei wir allerdings nicht wissen, warum das letztlich möglich ist und was elektrischer Strom wirklich ist, denn das kann auch ein Elektroingenieur
nicht erklären.

Wir haben auch hier nur Theorien, als Modelle einer letzlich
unbegreiflichen Wirklichkeit, die nicht für eigentliche Wirklichkeit gehalten werden dürfen.

Aber zurück zum Geist und zum Bewusstsein: Auch die kompliziertesten und verschachtelsten Verknüpfungen können weder Geist noch Bewusstsein erzeugen. Material, egal ob biologisch oder anorganisch, bleibt immer nur Material, unfähig
zur Selbsterkenntnis.

Hirnforscher, die hier weiter sind, kommen zu dem Schluss,
dass es das rein geistige Bewusstsein ist, das sich des
Gehirns als Organ bedient und dieses entsprechend programmiert. Wie das sein kann und funktioniert, wird wohl für immer ein
Rätsel bleiben, ebenso wie das Rätsel des Lebens, das
möglicherweise eng mit Geist und Bewusstsein zusammenhängt.

Im Schöpfungsbericht steht geschrieben, dass Gott, dem aus dem Ackerboden geformten Menschen seinen Odem - was Odem ist, wissen wir nicht - einblies und der Mensch dadurch ein lebendiges Wesen wurde.

So hat der Mensch und damit alle seine Organe, einschließlich
des Gehirns, einmal eine materielle Grundlage, weil er aus Erde gemacht ist - wobei auch die Materie mit ihren wundervollen
und rätselhaften Eigenschaften, Gottes Schöpfung ist - und einmal eine immaterielle Grundlage, die unmittelbar von Gott herkommt und den Menschen ausmacht.

Dieses Bild vom Menschen durchzieht die gesamte Bibel.

Um zu keinen falschen Schlüssen zu gelangen: Der Dualismus der griechischen Philosophie, von der "edlen Seele" und dem unwerten Leib, in dem die "edle Seele" gefangen ist, entspricht nicht dem biblischen Menschenbild.

Leib, Geist und Seele des Menschen sind durch den Sündenfall gleichermaßen verdorben und dem Gericht Gottes verfallen. Da
ist nichts von einem "göttlichen Funken" im Menschen, aus dem heraus er sich selbst veredeln und erlösen könnte.

Trotzdem kann der Geist des Menschen, seine göttliche Herkunft, der ihn zum Ansprechpartner Gottes macht, nicht verleugnen. Damit wird vielleicht auch erklärbar, warum sich Gott so um die Menschen bemüht, dass ER sie um jeden Preis retten will und warum die eigentliche Heimat des Menschen bei Gott im Himmel ist.


Jörgen Bauer