Was Christen verbindet: Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der
Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

Apostelgeschichte 2, Vers 42


Den Gläubigen, in diesem Fall den im christlichen Sinne Glaubenden, muss klar sein, was sie glauben und zu was sie sich in ihrem Glauben gemeinsam bekennen.

Deshalb ist es sinnvoll und zweckmäßig, für alle, die sich zum
Glauben bekennen, verstehbar, klar, eindeutig und verbindlich
zu beschreiben, was sie glauben, um damit ein gemeinsames Erkennungszeichen zu haben.

Daraus folgt, dass der Gemeinschaft der Glaubenden angehört, der die Aussagen des Glaubensbekenntnisses bejahen kann. Wer das nicht kann, gehört, im Umkehrschluss, dieser Gemeinschaft nicht wirklich an.

Wobei allerdings niemand, der hier Zweifel oder andere Vorstellungen hat, abgelehnt werden darf, wenn er in die
Gemeinschaft kommt und sich dieser zugehörig fühlt.

Und das ist unser (apostolisches) Glaubensbekennntis:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (evangelisch: christliche) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist das älteste christliche Glaubensbekenntnis, dessen Anfänge auf das 2. Jahrhundert
nach Christus zurückgehen. Daneben gibt es noch das Nicäische Glaubensbekenntnis, das, mit etwas anderen Worten, dasselbe, wie das Apostolische, aussagt.

An dem Begriff „katholisch“ sollte man sich nicht stören, da „katholisch“ nichts anderes als „weltumspannend“ heißt, und das sollte die Kirche Jesu Christi ja sein!

Dieses Glaubensbekenntnis scheint aber zunehmend Probleme
zu bereiten.

Hierzu las ich vor einiger Zeit einen Artikel unter der Überschrift

„Wenn man nicht mehr alles glauben kann“

Berichtet wurde von der Veranstaltung, „Was glauben wir noch“,
einer Evangelischen Akademie, wobei thematisiert wurde, inwieweit von Gottesdienstbesuchern verlangt werden kann, das Glaubensbekenntnis mitzusprechen und ob es angebracht ist, dass Gottesdienstbesucher die Passagen, an die sie nicht glauben, mitsprechen.

Ein Theologieprofessor kam dabei zu dem Schluss, dass ein Schweigen bei Teilen des Glaubensbekenntnisses in Ordnung sei. Jeder solle nur das bekennen, was er selbst glaube, nicht das, was ihm die Kirche vorschreibe.

Der Auftrag der Kirche Jesu Christi ist es aber, Wegweiser auf Jesus Christus zu sein, was sie nur dann ist, wenn sie die Botschaft ihres Herrn vollständig und unverfälscht weitergibt
und dabei der Versuchung, diese menschlichen Vorstellungen
und Wünschen anzupassen, widersteht.

Eine Kirche Jesu Christi haben wir deshalb nur dann, wenn diese, ohne Abstriche zu machen, hinter dem ursprünglichen und bewährten Bekenntnis dieser Kirche steht, und Jesus
Christus damit die alleinige Mitte bleibt.

Eine Kirche, die davon abweicht, ist nur noch dem Namen nach Kirche und gleicht der Gemeinde in Laodizea (Offenbarung
3, Verde 14 ff.), die weder heiß noch kalt, sonder lau ist,
und die der Herr Christus aus Seinem Munde ausspeien wird.

Aber auch hier gibt es noch Hoffnung, denn der Herr Jesus
Christus ruft zur Umkehr auf (Offenbarung 3, 17-22).

Das muss allen gesagt werden, die sich auf Abwegen befinden
und mit dem Glaubendbekenntnis Probleme haben, solange
dazu noch Zeit ist. Von uns ist hier Liebe und Geduld
gefordert.

Im übrigen sind auch in der Welt "Glaubensbekenntnisse" unverzichtbar. So das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen
Grundordnung. Ob jemand eine Anstellung im Öffentlichen
Dienst bekäme, wenn er in Sachen Grundrechte so
herumeiern würde, wie manche beim Glaubensbekenntnis?

Entsprechendes gilt auch für Mitgliedschaften in Vereinen,
zu dessen Zielen man sich bekennen muss, um Mitglied zu
werden.

Jörgen Bauer