Das Kreuzzeichen

Das Kreuzzeichen

Herr, so oft mache ich das Kreuzzeichen,
seinen tiefen Sinn habe ich jedoch
noch immer nicht erfasst.

Ich habe noch nicht genug erkannt,
dass ich mich nicht mit einem Verkleinerungszeichen,
einem "Minus", sondern mit einem "Plus" bezeichne,
einem Zeichen des Hinzuzählens.

Ja, ich werde nicht weniger, verkleinere mich nicht,
wenn ich dein Jünger bin,
und verliere nichts in deiner Nachfolge.

Im Gegenteil: ich füge meinem menschlichen Bemühen
einen unendlichen Wert hinzu,
deine Erlösung und deine Gnade.

Es kommt mir so vor, als sprenge ich
die engen Grenzen meines Selbst
und wüchse durch dieses Zeichen über mich hinaus.

Das Querholz des Kreuzes,
das ich in der Waagrechten
von Schulter zu Schulter zeichne,
will sich weit ausstrecken
und die ganze Welt umfassen.

Das Längsholz von der Stirn zur Brust
scheint Himmel und Erde zu verknüpfen.

Herr, wie schlicht stellt dieses Zeichen
meine Aufgabe dar:
die ganze Welt erobern - und mich zuerst,
um alles durch dich mit Gott zu verbinden;
die ganze Schöpfung um dich versammeln,
damit du sie dem Vater darbringen kannst.

Ich will Stirne, Brust und Schultern so bezeichnen,
dass ich meine Gedanken, Wünsche und Werke
wirklich ganz dir geweiht seien.

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

(Alfonso Pereira)