Das Dichten und Trachten des Herzens

Denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

1. Mose 8, 21



Was dieser Tage die Gemüter bewegt, ist die, uns unfassbar scheinende Tat des Oslo-Attentäters, der eine gewaltige Bombe zur Detonation brachte und über 70 Jugendliche brutal und eiskalt ermordete.

Warum ein Mensch und damit "einer von uns" so handeln kann, bleibt uns
unverständlich. Alle Erklärungen, wie "rechtsextrem" oder die böswillge
Unterstellung "christlicher Fundamentalist" greifen ebenso kurz wie
"Geltungsdrang" oder "der Wunsch in den Geschichtsbüchern verewigt zu werden" und ähnliches.

Der heutige Vers, stellt die richtige Diagnose:

Das Menschenherz, der innerste Wesenkern des Menschen, ist es, der zu jeder Gemeinheit und Bösartigkeit fähig ist, der sich im Alltag in "kleineren Gemeinheiten auslebt" und im Extremfall dann auch, wie im Fall des Oslo-Attentäters oder der El-Kaida Terroristen, in ungeahntem Maße ausarten kann.

Es bringt deshalb nichts die unterschiedlich motivierten Taten abzugleichen und gegeneinander "aufzurechnen", weil die letzte und eigentliche Ursache, nämlich das Böse, nicht in den Griff zu bekommen ist, weil derjenige, der das Böse bekämpfen will, als Mensch bereits selbst vom Bösen infiziert ist.

Das Wort Gottes will uns diesen Sachverhalt nüchtern und klar bewusst
machen und uns gleichzeitig davor bewahren die Gründe in endlosen, tiefschürfenden Analysen und damit an der falschen Stelle zu suchen.

Analysen haben zwar durchaus ihr Berechtigung, wenn es um die strafrechtliche Bewertung einer Tat und um Vorsichtsmaßnahmen geht - das "Geheimnis der Bosheit", von dem die Schrift spricht, lässt sich auf diese Weise aber nicht ergründen.

Und deshalb bleibt nach allen Amokläufen und Terrorakten immer eine große Ratlosigkeit zurück. Ebenso bleibt bei allen Vorsichtsmaßnahmen immer ein
Restrisiko, an dem alle verbissenen Versuche, dieses auf Null zu minimieren,
scheitern müssen und alle diesbezüglichen Vorwürfe und "Besserwissereien"
nichts bringen, weil das Leben und die Menschen nun mal unberechenbar und damit "lebensgefährlich" bleiben.

Und welche Haltung nehmen wir hierzu als Christen ein?

Von den üblichen Vorkehrungen, weiteren Verboten und endlosen Sicherheitsvorschriften abgesehen, die alle keine absolute Sicherheit bieten, können wir nur Gott bitten, dass er uns vor dem Bösen in uns und um uns herum bewahrt.

Und hier ist es Jesus Christus, der das Böse als einziger besiegt und im Griff hat und an den wir uns deshalb halten müssen, damit er uns verändert, zu
neuen Menschen macht und das Böse in uns, in Gestalt des "Alten Adams" und der "Alten Eva", die wir in diesem Leben nicht los werden, im Zaum hält.


Jörgen Bauer