Kinder zum Glauben führen

Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen
nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon
reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist,
wenn du dich niederlegst oder aufstehst.

5. Mose 6, Verse 6 und 7



Manchmal hört man Eltern sagen, dass sie ihre Kinder nicht beein-
flussen möchten, weshalb sie ihnen keinen bestimmten Glauben ver-
mitteln. Die Kinder sollen, wenn sie groß geworden sind, einmal
selbst darüber entscheiden, was sie glauben wollen.

Das hört sich sehr „modern“, „fortschrittlich“ und „tolerant an. Aber
über was sollen Kinder, die nie etwas über den Glauben gehört
haben, entscheiden, wenn sie groß geworden sind?

Eltern die so reden, zeigen damit an, dass sie selbst an nichts Be-
stimmtes glauben, sondern Glauben für etwas Relatives, beliebig
Austauschbares und letztlich Unverbindliches halten, wo jeder „nach
seiner Facon“ selig werden kann, weshalb es auch nicht nötig ist,
darüber zu sprechen.

Jeder soll sich, wenn er einen entsprechenden Bedarf verspürt, den
ihm genehmen Glauben zurechtmixen und laufend anpassen können,
wozu er sich die Zutaten aus den verschiedensten Anschauungen,
die eigenen eingeschlossen, und Religionen holen kann. Und das
kann man, wenn man dazu „groß genug“ ist.

Mit einer solchen Auffassung ist man zwar auf der Höhe der Zeit, nicht
aber auf der Höhe der Wahrheit.

Denn diese Wahrheit ist der lebendige Gott, der sich in seinem Wort,
der Bibel und in Jesus Christus offenbart hat. Das ist eine Tatsache,
zu der nur der Geist Gottes leiten kann und auf die man nicht automa-
tisch stößt, wenn man „nach seiner Facon“ selig werden will.

Deshalb gebietet Gott schon im Alten Testament, dass die Väter, wo-
bei die Mütter keinesfalls ausgeschlossen sind, ihren Kindern durch
ständige Unterweisung die Worte Gottes regelrecht einschärfen sollen,
so dass sie diese in- und auswendig kennen.

Es reicht demnach nicht aus, nur einmal davon zu sprechen, sondern
täglich und stündlich, kurzum regelmäßig und dazu bei jeder sich bie-
tenden Gelegenheit.

Diese Anweisung Gottes finden wir noch an anderen Stellen, wobei wei-
tere Anweisungen gegeben werden, die sicherstellen sollen, dass Got-
tes Worte und Gebote nicht in Vergessenheit geraten. Daran wird er-
kennbar, wie unabdingbar wichtig das Wort Gottes für unser Leben ist.

Für uns bedeutet das, unsere Kinder mit dem christlichen Glauben ver-
traut zu machen, indem wir ihnen biblische Geschichten erzählen, mit ih-
nen beten, von unserem eigenen Glauben sprechen und in christliche
Kreise einführen. Und das regelmäßig.

Der Glaube bleibt aber auch dann ein Geschenk Gottes und ist nicht
machbar. Deshalb verbietet es sich, auf die Kinder Druck oder Zwang
auszuüben.

Wer als Kind gewaltsam „evangelisiert“ wurde, findet zumeist ein Leben
lang nicht mehr zum lebendigen Glauben. Entscheiden müssen die Kin-
der tatsächlich selbst. Aber sie müssen wissen, über was sie entschei-
den sollen.

Daran wird erkennbar, wie unsinnig, die eingangs dargestellte Auffas-
sung ist, die Glaubensentscheidung auf das „Großsein“ zu verschieben.
Die Entscheidung wird damit, ganz pauschal, dem weiteren Lebensweg
und dem Zufall überlassen.

Im Übrigen käme niemand auf die Idee, seinen Kindern keine Verkehrs-
und sonstige Verhaltensregeln beizubringen, damit sie später, wenn sie
groß sind, einmal „unbeeinflusst“ und „frei“ entscheiden können.

Genauso wird jeder seinen Kindern ganz selbstverständlich, sein Welt-
bild und seine persönlichen Anschauungen vermitteln. Und wird das als
ganz normal und vernünftig ansehen, was es ja auch ist.

Und warum sollte das für den Glauben nicht gelten?


Jörgen Bauer




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