Ein törichtes Gelübde

Und Jeftah glelobte dem Herrn ein Gelübte und sprach:
Gibst du mir die Ammoniter in meine Hand, so soll,
was mir an meiner Haustür entgegengeht, wenn ich
von den Ammonitern heil zurückkomme, dem Herrn
gehören. und ich will's als Dankopfer darbringen.

Richter 11, Verse 30 und 31


Jeftah siegte tatsächlich gegen die Ammoniter, und als er
nach Hause kam, kam ihm seine einzige, geliebte Tochter
entgegen.

Dumm gelaufen, könnte man sagen.

Aber ein Gelübte musste eingehalten werden, und wie uns
berichtet wird, brachte Jeftah seine Tochter tatsächlich als
Opfer dar.

Aber konnte das im Sinne Gottes sein, für den Menschenopfer
ein Gräuel waren und der solche streng ablehnte und ausrichten
ließ, dass er niemals auf solch einen Gedanken kommen würde?
Warum wird uns das überhaupt berichtet und warum wird das
Tun Jeftahs nicht bewertet? Soll das etwa doch ein Vorbild für
uns sein?

Geht man den Dingen nach, wird erkennbar, dass die Gläubigen
der damaligen Zeit den Jahweglauben mit ihrem Götzglauben
vermischt haben.

Zwar hat sich der allmächtige Gott, der Schöpfer Himmels und
der Erde eindeutig offenbart; trotzdem fehlte oftmals die klare
Gotteserkenntnis, weshalb man zu der Auffassung neigte, dass
jedes Volk seinen eigenen Gott hat, wobei Jahwe als der Gott
des Volkes Israels galt.

Von daher wird erklärbar, wenn Frau Käßmann von der "Karriere
Gottes" redete, der es vom Stammesgott zum Herrn und Schöpfer
aller Welt gebracht hätte. Eine Auffassung die von "modernen
Theologen" vertreten wird.

In der Richterzeit und auch später kam es immer wieder zum
Götzendienst, was den Zorn und das Gericht Gottes hervorrief.

Aus dieser Vermischung zwischen Gottes- und Götzendienst,
die den klaren Blick auf den lebendigen Gott trübte, kam es
dann auch zu dem Gelübte des Jeftah.

Die Lehre, die wir daraus ziehen können ist die, unseren Glauben
an Gott nicht mit unseren Vorstellungen zu vermischen, sondern
uns an dem zu orientieren, was uns Jesus Christus sagt, denn
alles was Jesus sagt, hat er von seinem Vater und wer IHN sieht,
der sieht den Vater.


Jörgen Bauer