Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.

Psalm 106, Vers 1

Grund zum Danken besteht eigentlich immer. Nicht nur am Erntedankfest,
wo man in besonderer Weise Gott, der uns ständig erhält und bewahrt,
für seine Gaben dankt.

Wir danken Gott nicht nur für unsere Lebensmittel, an die man bei “Ernte”
zuerst denkt, sondern auch für alle anderen Gaben, die wir der Güte und
und Freundlichkeit Gottes verdanken.

Wie gut für uns, dass es ständig (fast) alles zu kaufen gibt, wir in jeder
Hinsicht bestens versorgt sind und keinen Mangel leiden müssen. Das ist
mir dieser Tage wieder besonders bewusst geworden, als ich an die Medikamente dachte, die ich ständig benötige, weil sie für mich lebenswichtig sind.

Ich muss nur mit dem Rezept zur Apotheke gehen um es dort abzuholen.
Unsere tägliche Nahrung können wir ohnehin problemlos einkaufen.
Wir sind an verschiedene Versorgungssysteme, wie Strom, Gas und Wasser
angeschlossen und alles kommt, wie von selbst.

Wir haben zahlreiche Einrichtungen, die uns das Leben erleichtern und bei
Krankheits- und Unglücksfällen helfen, und vor Katastrophen aller Art, sind wir, im Gegensatz zu anderen Ländern, auch dieses Jahr verschont geblieben.

Alle diese Wohltaten sehe ich längst nicht mehr als selbstverständlich an,
auch wenn sie uns, dank steter Gewöhnung, als selbstverständlich erscheinen.
Aber sie sind es keinesfalls, wenn man sieht, wie es in anderen Ländern und
Erdteilen zugeht.

Wir leben, dem Herrn sei Dank, in sicheren Verhältnissen.

Dafür sollten wir Gott, gerade am Erntedankfest besonders danken. Auch für
alles das, was uns gelingen durfte und wovor wir bewahrt wurden. Und danken
dürften wir auch dafür, dass uns Gott im Glauben bewahrt hat, wir sein
Wort haben, seine Gegenwart erfahren und uns ohne Probleme zum
Gottesdienst versammeln können.

Wenn es uns selbst gut geht und wir keine Nöte zu erdulden hatten, sollten
wir Gott dafür nicht nur danken, sondern auch ein offenes Herz und eine
offene Hand für die haben, die unseren Beistand brauchen könnten.

Möge uns Gott offene Augen, Herzen und Hände schenken.

Jörgen Bauer