Gott der unbegreifliche Schöpfer

Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist!
Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt.

Kannst du die Bande des Siebengestirns zusammenbinden oder den Gürtel des Orion auflösen? Kannst du die Sterne des Tierkreises aufgehen lassen zur rechten Zeit oder die Bärin samt ihren Jungen heraufführen? Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?

Hiob 38, Verse 4 bis 6 und 31 bis 33



Wenn ein Apfel so groß wäre, wie die Erdkugel, dann wäre ein Atom, im
Vergleich dazu, so groß wie ein Apfel. Und wenn ein Atom so groß wäre,
wie die Erdkugel, dann wäre ein Quark etwa so groß wie ein Baum.

Kürzlich las ich davon, dass im Kosmos ein gewaltiges Gebilde, bestehend
aus Quasaren, entdeckt wurde, das Milliarden Lichtjahre misst und dass es
solche großen Gebilde, allen gängigen Theorien zufolge, gar nicht geben dürfte. Die Größe dieses Objekt übersteigt alle Vorstellungen. Es ist unvorstellbar in des Wortes totaler Bedeutung.

Trotzdem wäre es am nächtlichen Himmel mit bloßem Auge nicht zu sehen.
Es ist ein Nichts vor dem undendlichen schwarzen Hintergrund des nächtlichen Himmels.

Trotzdem hängen das Allergrößte und das Allerkleinste zusammen. Deshalb
versucht man ja auch im Linearbeschleuniger CERN, in der Nähe von Genf,
den Geheimnissen von der Entstehung des Kosmos dadurch auf den Grund zu kommen, dass man winzigste Elementarteilchen, mit großer Energie, aufeinander prallen lässt um dabei neue Teilchen zu finden, die das eine oder andere erklären könnten.

In letzter Konsequenz weiß man aber gar nicht mehr, was das eigentlich ist, was man da erforscht, weshalb im angelsächsischen Raum letztlich gefragt wurde, ob sich solche Forschung überhaupt noch lohnt, weil man Ende doch nichts Genaues wissen kann und stattdessen immer nur neue Fragen, und dazu mehr als vorher, auftauchen.

Dem zagenden Hiob hält Gott seine Werke vor und macht ihm klar, dass er, Hiob, überhaupt nie verstehen und begreifen wird, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Gott fragt dabei auch nach so "selbstverständlichen Dingen" wie Regen, Schnee und Blitzen.

Dafür haben wir heute Erklärungen. Aber haben wir die wirklich? Bis auf den heutigen Tag ist tatsächlich nicht restlos geklärt, wie Regen, Schnee und
Blitze tatsächlich entstehen!

Ich muss heute schmunzeln, wenn versucht wird, biblische Wunder zu erklären. Oft müssen dann Erklärungen herhalten, wonach natürliche Dinge "durch Gottes Willen so zusammengewirkt haben, das ein bestimmter
Erfolg erzielt wurde", was in manchen Fällen zutreffen mag, aber eben nicht immer.

Ich glaube nämlich, dass Gott tatsächlich Dinge tun kann, bei denen "uns Hören uns Sehen vergeht". Er kann auch, "einfach so" Sonne und Mond anhalten und den Schatten auf der Sonnenuhr rückwärts laufen lassen, wie es in der Bibel berichtet wird.

Gott ist, als Schöpfer aller Dinge, auch als Schöpfer der Naturgesetze, selbst an keine Naturgesetze gebunden. Wobei zu fragen wäre, was ein Naturgesetz überhaupt ist. Es handelt sich hier um eine menschliche Wortschöpfung.
Aus der Tatsache, dass bestimmte Dinge immer nach dem gleichen Muster
ablaufen, wird kurzerhand auf ein Gesetz geschlossen. Wir wissen aber nicht
was hinter diesem Gesetz steht und wie zuverlässig es ist.

Vielleicht besteht das größte Wunder darin, dass die Dinge immer nach den
gleichen Mustern ablaufen und damit zuverlässig und berechenbar sind, was im Übrigen alles andere als selbstverständlich ist. Aufgrund der vielen Störfaktoren ist es z.B. ein Rätsel wie die Gestirne, über lange Zeiträume hinweg, stabil ihre gleichmäßigen Bahnen ziehen können.

Manchmal wäre es gut, wenn sich Christen auch mit solchen Fragen befassen würden, weil das den Glauben und die Gewissheit stärkt, dass der unendliche,
unbegreifliche und unerforschliche Gott auch um jeden von uns weiß. Aber
machmal bedarf es vielleicht auch eines Schicksals, wie das des Hiob, damit die Augen aufgehen.

Möge es Gott schenken, dass wir auch ohne Schicksalsschläge zur Erkenntnis kommen.


Jörgen Bauer