Christen habe eine Hoffnung!

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird
leben, auch wenn der stirbt; und wer da lebt und glaubt, der wird nimmermehr
sterben.

Johannes 11, Vers 25


Ich erinnere mich immer wieder an den weißen Grabstein, der vom Tod eines
20jährigen jungen Mannes kündete, und auf dem die Worte "Auferstehung
und das Leben" standen. Dieser Grabstein war für mich wie eine Predigt.

Dieser Tage kam im "Nachtcafe", einer Freitagabend-Fernsehsendung des
SWR, unter dem Titel "Bewusst vom Leben lassen", eine Gesprächsrunde
mit Betroffenen, die nahestehende Menschen verloren haben oder selbst
einen Grund dazu sahen, sich mit ihrem oder dem Sterben nahestehender Menschen zu befassen.

Was mir dabei auffiel war, dass dabei immer das irdische Leben im
Mittelpunkt stand, das möglichst beschwerdefrei und, wenn möglich,
auch "selbstbestimmt" zu Ende gehen sollte.

Auch hier vermisste ich, dass niemand nach dem "danach" fragte,
was allenfalls nur ganz kurz anklang, mit der Prämisse, dass man nichts
darüber wisse bzw. dass mit dem Tod ohnehin alles aus sei. Nur die
Leiterin des Stuttgarter Hospizes meinte, "dass aus dem Wissen um Zuneigung und Gottes Liebe auch die letzte Phase des Lebens erträglich gestaltet werden kann." Außer dieser etwas mageren Aussage, war Gott
kein Thema. Denn entscheidend ist, dass es Gott ist, der uns auf der anderen
Seite erwartet, egal wie "erträglich" die letzte Lebensphase war.

Warum weiß man nichts mehr von der Auferstehung der Toten und dem
ewigen Leben? Diese Gewissheit und diese Hoffnung ist es doch, die uns
das Leben und das Wissen um unser aller Vergänglichkeit, erträglicher macht.
Wer sagen kann "das Beste kommt ja erst noch", hat eine völlig andere
Perspektive.

Um die Auferstehung der Toten und das ewige Leben geht es doch im
Evangelium. Dem entsprechend müsste es auch einen zentralen Platz in
der christlichen Verkündung und damit in den sonntäglichen Predigten
einnehmen.

Allein der christliche Glaube hat diese Perspektiven! Wenn man diese
unerwähnt lässt und, trotz sich bietender Gelegenheiten in diversen
christlich unterlegten Sendungen und Publikationen, nie etwas davon hört,
ist es nicht verwunderlich, wenn unsere Zeitgenossen, ohne bleibende Hoffnung, im Schatten des Todes, leben.

Gott können wir nicht entgehen. Auch nicht durch den Tod. Wer das glaubt,
muss mit Überraschungen rechnen. Das vollständige Evangelium zu verkünden
tut not.

Jörgen Bauer