Den Glauben an Eltern und Kinder weitergeben!

Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst,

5. Mose 6, Verse 6 und 7 (Luther 1912)



Manchmal hört man Eltern sagen, dass sie ihre Kinder nicht beeinflussen möchten, weshalb sie ihnen keinen bestimmten Glauben vermitteln. Die Kinder sollen, wenn sie groß geworden sind, einmal selbst darüber entscheiden, was sie glauben wollen.

Eltern die so reden, zeigen damit an, dass sie selbst an nichts Bestimmtes glauben, sondern Glauben für etwas Relatives, beliebig Austauschbares und letztlich Unverbindliches halten, wo jeder „nach seiner Facon“ selig werden kann, weshalb es auch nicht nötig ist, darüber zu sprechen.

Jeder soll sich, wenn er ein entsprechendes Bedürfnis verspürt, den ihm genehmen Glauben zurechtmixen und diesen laufend anpassen können, wozu er sich die Zutaten aus den verschiedensten Anschauungen, die eigenen eingeschlossen, und Religionen holen kann. Und das kann man, wenn man dazu „groß genug“ ist.

Mit einer solchen Auffassung ist man zwar auf der Höhe der Zeit, nicht aber auf der Höhe der Wahrheit.

Denn diese Wahrheit ist der lebendige Gott, der sich in seinem Wort, der Bibel und in Jesus Christus offenbart hat. Das ist eine Tatsache, zu der nur der Geist Gottes leiten kann und auf die man nicht automatisch stößt, wenn man „nach seiner Facon“ selig werden will.

Deshalb gebietet Gott schon im Alten Testament, dass die Väter, wobei die Mütter keinesfalls ausgeschlossen sind, ihren Kindern durch ständige Unterweisung die Worte Gottes regelrecht einschärfen sollen, so dass sie diese in- und auswendig kennen.

Es reicht demnach nicht aus, nur einmal davon zu sprechen, sondern täglich und stündlich, kurzum regelmäßig und dazu bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Für uns bedeutet das, unsere Kinder mit dem christlichen Glauben vertraut zu machen, indem wir ihnen biblische Geschichten erzählen, von unserem eigenen Glauben sprechen, mit ihnen beten und in christliche Kreise einführen. Und das regelmäßig.

Der Glaube bleibt aber auch dann ein Geschenk Gottes und ist nicht machbar. Deshalb verbietet es sich, auf die Kinder Druck oder Zwang auszuüben.

Wer als Kind gewaltsam „evangelisiert“ wurde, findet zumeist ein Leben lang nicht mehr zum lebendigen Glauben. Entscheiden müssen die Kinder tatsächlich selbst. Aber sie müssen wissen, über was sie entscheiden sollen.

Daran wird erkennbar, wie unsinnig, die eingangs dargestellte Auffassung ist, die Glaubensentscheidung auf das „Großsein“ zu verschieben. Die Entscheidung wird damit, ganz pauschal, dem weiteren Lebensweg und dem Zufall überlassen.

Im Übrigen käme niemand auf die Idee, seinen Kindern keine Verkehrs- und sonstige Verhaltensregeln beizubringen, damit sie später, wenn sie groß sind, einmal „unbeeinflusst“ und „frei“ entscheiden können.

Genauso wird jeder seinen Kindern ganz selbstverständlich, sein Weltbild und seine persönlichen Anschauungen vermitteln. Und wird das als ganz normal und vernünftig ansehen, was es ja auch ist.


Jörgen Bauer