Zuerst den Juden!

Er (Jesus) aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

Matthäus 15, Vers 23

Paulus und Barnabas aber sprachen frei und offen: Euch musste das Wort
Gottes zuerst gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und haltet euch
selbst nicht für würdig des ewigen Lebens, siehe so wenden wir uns zu den
Heiden.

Apostelgeschichte 13, Vers 46



Im göttlichen Heilsplan zur Rettung der Menschheit kommt dem Volk Israel
eine besondere Rolle zu. Es ist dazu erwählt, die Menschheit zurück zu Gott
zu führen. Schon von daher erweist sich der Antisemitismus als satanisch
inspiriert, dem wir widerstehen müssen.

Den Neuanfang mit der Menschheit hatte Gott mit Abraham gemacht, und in der weiteren Heilsgeschichte wurde in der biblischen Prophetie dann ständig auf den kommenden Messias hingewiesen, der dann in Jesus Christus Wirklichkeit wurde.

Wie wir wissen, haben die Juden - wenn von Juden die Rede ist, sind damit in
erster Linie die Pharisäer und Schriftgelehrten gemeint - Jesus Christus als ihren Messias ganz entschieden abgelehnt, so sehr, dass sie am Ende dafür sorgten, dass Er gekreuzigt wurde. Was dann allerding zu unserem Heil diente.

Gläubige Juden lehnen Jesus Christus bis heute ab. Und ein gläubiger Jude
steht einem Christen ebenso ablehnend gegenüber, wie ein überzeugter
Muslim einem Christen. Es ist zwar nicht opportun so etwas zu sagen, aber auch in Israel gibt es eine Benachteiligung von Christen, ähnlich wie in islamischen Ländern.

Das Wunder ist aber auch hier, dass das Evangelium nicht aufzuhalten ist und sich immer wieder als die stärkere Kraft erweist.

Auch wenn das Volk Israel im Gesamten seinem Auftrag bislang nicht gerecht wurde, hat Gott trotzdem dafür gesorgt, dass seine Absicht, die Er mit dem
Volk Israel und der Welt hat, verwirklicht wurde.

Wenn auch nicht das ganze Volk, so hat doch eine kleine Menge von Juden an
Jesus als den Messias geglaubt und auf Jesu Missionsbefehl hin, die Frohe
Botschaft in aller Welt verbreitet. Gott kann aus kleinen Anfängen etwas
Großes werden lassen.

Bis heute kommen auch immer wieder bislang gläubige Juden und "Jesusablehner" zum Glauben an Jesus Christus, weil sie in Ihm den
verheißenen Messias erkennen. Das ist immer wieder ein großes Wunder und
ein beeindruckendes Geschehen.

Und so wie ein Muslim mit seiner Familie bricht wenn er zum Glauben an Jesus Christus kommt, ist es auch bei einem Juden, wenn er zum christlichen Glauben kommt.

Juden, die zum christlichen Glauben gekommen sind, werden als "messianische Juden" bezeichnet. Dies deshalb weil sie nach wie vor Juden bleiben und damit dem ursprünglichen Volk Gottes angehören.

Für Christen ist es eine Freude, wenn Juden zu Christus finden - nicht aber
für die Kirche. Denn seit Jahren wird den messianischen Juden die Teilnahme an den Evangelischen Kirchentagen verweigert. Der Grund ist, dass man den Dialog mit den Juden, die Jesus ablehnen, nicht belasten möchte.

Kurzum man möchte die Pharisäer und Schriftgelehrten nicht vor den Kopf stoßen, so wie es Jesus tat. Und es damit auch nicht den Aposteln und all denen gleichtun, die wegen ihrem Glauben verfolgt wurden.

Auch daran, dass sich die Spreu vom Weizen scheidet, hat sich seit Jesu Tagen nicht geändert.


Jörgen Bauer