In der Schrift forschen!

Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort
bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte.

Apostelgeschichte 17 Vers 11



Bemerkenswert und für uns vorbildlich ist das Verhalten der Juden in Beröa.
(Die Apostel gingen in der Regel zuerst in die Synagoge, wenn sie in eine
fremde Stadt kamen, weil den Juden die Gute Nachricht zuerst gesagt werden
muss.)

Die Juden in Beröä nahmen das Evangelium nicht nur an, sondern sie forschten selbst in der Schrift, um die Aussagen von Paulus und Silas zu prüfen.

Damals gab es noch kein Neues Testament. Man hatte die Schriften des
Alten Testaments, aber dieses weist bereits auf Jesus hin, der die Mitte
der gesamten Bibel ist. Altes und Neues Testament gehören zusammen,
und das Alte ist nicht ohne das Neue zu verstehen und umgekehrt.

Was wir von den Leuten in Beröa lernen können ist, dass sie sich am Wort
Gottes orientieren. Genau das sollten auch wir tun, indem wir das akzeptieren und im Glauben annehmen, was uns in der Bibel bezeugt wird, denn das ist
Gottes Wort, hinter der Gott selbst steht und an das Er sich gebunden hat.

Die Leute in Beröa waren also weit davon entfernt den umgekehrten, heute weit verbreiteten Weg zu gehen, der darin besteht, sich am jeweiligen Zeitgeist zu orientieren und die biblischen Aussagen danach zu interpretieren, in dem diese mit neuen, zeitgeistlichen Sinninhalten gefüllt werden.

Etwas wovor wir uns hüten müssen, wenn wir keinen Schiffbruch erleiden wollen. Das Wort Gottes wird uns nur dann zu einer Lebens- und Kraftquelle,
wenn wir die Dinge so stehen lassen, wie sie geschrieben stehen, auch wenn wir nicht alles gleich verstehen und manches vielleicht auch gar nie verstehen.

Was in diesem Abschnitt befremdet, ist, dass auch hier wieder von Juden berichtet wird, die sofort kamen um Unruhe, Verwirrung und Aufruhr zu stiften, wenn sie davon erfuhren dass das Evangelium auf fruchtbaren Boden gefallen war. Die Apostel kamen dadurch immer wieder in Bedrängnis und in
Lebensgefahr.

Es bleibt für uns ein Rätsel, warum sich Gottes auserwähltes Volk bis heute
gegen ihren Messias, Jesus Christus, stellt. Sicher hat der Antisemitismus auch darin seine Ursache.

Als Christen muss uns aber daran gelegen sein, dass auch die Juden das
Evangelium annehmen. Wenn das geschähe würde daraus ein großer Segen
für die Welt erwachsen.


Jörgen Bauer