Das rechte Rühmen

So spricht der Herr:
Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht
seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern
wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich
kenne, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit
übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr.

Jeremia 9, Verse 22 und 23


Das ist seit alters her ein typisch menschlicher Zug: Man ist stolz auf
seine Fähigkeiten und materiellen Güter, und wenn man sich auch
äußerlich bescheiden gibt, erwartet man doch, entsprechend beachtet,
gewürdigt und beehrt zu werden.

Gerade im Urlaub lernt man dann oft Menschen kennen, die mit Vorliebe
über das sprechen, was sie schon alles erreicht haben und welche
kostspieligen Anschaffungen unmittelbar bevorstehen, und da kann sich
der nicht solcherart reich Gesegnete, direkt armselig vorkommen.

Das ist ja auch der Grund für alle Prahlereien, mit denen man sich größer
machen will, als man es tatsächlich ist. Allerdings täuscht man sich, wenn
man glaubt, dadurch Bewunderung zu erlangen. Die andere Seite ist nämlich
die, dass es zu Neid, Missgunst und letztlich Ablehnung und Schadenfreude kommt, wenn der Prahlhans oder die Prahlhanna auflaufen. Auch das liegt
in der menschlichen Natur.

Als gefallene Sünder, die alles von Gott erhalten haben, einschließlich aller
Talente und Begabungen, tun wir gut daran, wenn wir, anstelle uns selbst
hervorzuheben, Gott für alles dankbar sind und danach fragen, wie wir
unsere Gaben und Talente, in aller Bescheidenheit, zur Ehre Gottes gebrauchen, was darin bestehen kann, dass wir andere an unseren Gaben
und Begabungen teilhaben lassen. Diese Thematik zieht sich durch die ganze Bibel, und nicht erst seit der Geschichte vom Reichen und dem armen
Lazarus.

Wirklich Klugheit zeichnet sich dadurch aus, dass man mit Gott rechnet und
sich durch Ihn und Sein Wort leiten lässt. Eine solche Haltung wird dann für
einen selbst zum Segen.

Es ist so, wie es Palm 127 bezeugt:

Wenn der Herr nicht das Haus baut,
so arbeiten umsonst, die daran bauen.
Wenn der Herr die Stadt nicht behütet,
so wacht der Wächter umsonst.
Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht
und hernach lange sitzet
und esst euer Brot mit Sorgen;
denn seinen Freunden gibt er es
im Schlaf.

Die Richtigkeit dieser Aussagen durfte ich schon selbst immer wieder
erfahren.

Jörgen Bauer