Das große Tun unseres großen Gottes

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern. Ohne Sprache ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis ans Ende der Welt.

Psalm 19, Verse 2 bis 5



Jede Jahreszeit und jeder Tag haben ihre Schönheiten. Aber wenn an einem Sommertag, Schönwetterwolken am blauen Himmel dahin ziehen und in der Natur die unterschiedlichsten Farben prangen, vermeine ich in besonderer Weise etwas von der unhörbaren Sprache zu vernehmen, von welcher der Psalmist spricht.

Der heilige Franz von Assisi hat das mal sehr schön auf seine Art zum Ausdruck gebracht, in dem er sagte, dass alle Schönheit der Erde nur ein matter Abglanz der ewigen Schönheit Gottes auf den vergänglichen Dingen dieser Welt ist.

Ich glaube, dass er damit etwas Richtiges gesagt hat, und manchmal denke ich, dass es so sein könnte, dass das, was wir an Schönem wahrnehmen in einer unvergleichlichen Art in der Ewigkeit Gottes, gewissermaßen im „Original“, vorhanden ist und wir das einmal sehen werden.

Im Psalm, in dem der heutige Vers steht, geht es aber nicht nur um die Schönheit der Schöpfung. Als genauso herrlich und schön werden die Gebote und Befehle des Herrn gerühmt, die rein, lauter, richtig und vollkommen sind und damit Herz und Seele erquicken.

Sie werden als köstlicher als Gold und süßer als Honig bezeichnet und angefügt, dass man sich dadurch auch warnen lassen soll weil nur der Lohn erwarten kann, der sich an Gottes herrlichen Ordnungen orientiert und dass Gott vor falschen Wegen bewahren möge.

Wenn man das recht bedenkt, ist es tatsächlich so, dass die Schönheit der Schöpfung und Gottes Gebote und Schöpfungsordnungen zwei Seiten derselben Medaille sind und dass das eine ohne das andere nicht denkbar ist, was sichtbar, spürbar und erfahrbar wird, wenn Gottes Gebote missachtet werden.

Ein Folge dieser Missachtung göttlicher Gebote ist, dass sich die Erde nicht mehr im paradiesischen Urzustand befindet, sondern der Vergänglichkeit preisgegeben ist. Trotzdem ist nach wie vor die ursprüngliche Handschrift des Schöpfers sichtbar, und es ist geistliche Blindheit, die daran hindert, diese Handschrift zu erkennen.

Gott möge uns deshalb den Blick allezeit für seine, alles umfassende sichtbare und unsichtbare Allgegenwart und seine herrlichen Ordnungen und Gebote öffnen, die uns ein erfülltes Leben ermöglichen.


Jörgen Bauer