Wir leben im Zweiten Advent!

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Sacharja 9, Vers 9


Dieser Tage stieß ich auf ein nettes Adventsgedicht, das ich den lieben Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte:

Zwischen Erntedank und Karneval
kommst du in diese Welt.
Im Supermarkt im Keksregal
wirst du dann ausgestellt.
Mit Wiege, Englein, süßem Kind
stößt man den letzten drauf,
dass jetzt die Weihnachtszeit beginnt,
die beste Zeit zum Kauf.

Ulrike Rosenreich

Auch wenn ich jedem die Vorfreude und den Besuch des Weihnachtsmarktes
gönne: Aber die Adventszeit ist eigentlich keine Zeit für Lichterglanz und Frohsinn, wie er uns in den Kaufhäusern, Super- und Weihnachtsmärken vermittelt wird.

Die kirchliche, liturgische Farbe ist im Advent violett. Violett bedeutet Buße und Einkehr. Es ist dieselbe Farbe, wie in der Passionszeit.

Der heutige Vers ist der Leitvers zum 1. Advent. Wir leben in der Zeit des
Zweiten Advents. Wir erwarten die Wiederkunft des Herrn, der diesmal nicht als armes Kind in der Krippe, sondern als Herr aller Herren und König aller Könige, für alle Welt unübersehbar, in Erscheinung treten wird.

Fröhlichkeit, Lichterglanz und Herrlichkeit sind erst dann angesagt, wenn der Herr da ist. Allerdings nur für die, die zu IHM gehören. Die Zeit davor ist einmal eine Zeit der Bedrängnis, aber auch der Einkehr und Umkehr. Wobei das
Weihnachtsfest ein Vorgeschmack auf diese Freudenzeit sein darf.

So wie beim Sterben Jesu Christi am Kreuz auch die Schöpfung, mit Verfinsterung der Sonne und Erdbeben, reagierte, wird es auch sein, wenn der Herr wiederkommt. Nur in einem erheblich stärkeren, Angst und Entsetzen auslösenden Maße.

Es steht dazu geschrieben, dass Sonne, Mond und Sterne beteiligt sind und die Kräfte der Himmel ins Wanken kommen, also auch der Kosmos reagiert, und bei diesem Gedanken kann einem schon schwül werden. Wir fühlen uns auf der Erde ziemlich sicher. Naturkatastrophen, die nur die Erde betreffen, sind zwar schlimm genug, aber sie bringen die Erde nicht ins Wanken.

Aber wenn das, was wir als absolut unwandelbar ansehen, wie der Schein der Sonne und der Lauf der Gestirne, ins Wanken kommt, dann muss das menschliche Entsetzen und Ohnmachtsgefühl furchtbar sein.

Der bekannte Professor Lesch sprach kürzlich über Schwerkraft und auch darüber, dass unser Sonnensystem im Kosmos ziemlich einmalig sein dürfte, weil hier alles gewissermaßen "auf Kante genäht" ist.

Die Planeten bewegen sich hinsichtlich der Schwerkraft auf einem ganz schmalen Grad, auf dem stabile und gleichmäßige Umlaufbahnen um die Sonne möglich sind. Schon das Fehlen eines Planeten könnte das genau austarierte
Verhältnis ins Wanken bringen. Eigentlich ein Wunder, dass trotz störender Einflüsse, durch die Schwerkraft anderer Himmelskörper, alles seinen geordneten Gang geht. Aber dabei muss es nicht bleiben.

Auch wenn das Wunder unseres genau ausgetüftelten Planetensystems auf einen Schöpfer weist, ist die Blindheit des Unglaubens doch so groß, dass man
lieber von einem "Zufall" ausgeht, so wie er vorläge, wenn man das ganze
Jahr über an jedem Wochenende 6 Richtige mit Zusatzzahl im Lotto hätte.

Wenn unfassbare Dinge eintreten, dann sollen wir aber nicht erschrecken sondern uns freuen, weil der Herr dann ganz nahe ist.


Jörgen Bauer