Unverändert halsstarrig?

Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt
allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. Welchen Propheten
haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündeten
das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden
seid.

Apostelgeschichte 7, Verse 51 und 52



Im Hauskreis behandeln wir gerade die Apostelgeschichte. Dieser Tage sprachen wir über die Heilung des Gelähmten und die "Probleme", welche die
Apostel Petrus und Johannes seitens des jüdischen Hohen Rates dadurch
bekamen, denen verboten wurde, weiterhin im Namen Jesu zu reden und zu
lehren, was die Apostel entschieden ablehnten (Apostelgeschichte Kapitel 3 und 4).

Was mich bei dem aggressiven Widerstand seitens der Juden gegen die ersten Christen - die ja ebenfalls Juden waren - immer wieder erstaunt und verwundert, ist der beharrliche Widerstand - wider eigentlich besseres Wissen - gegen das Christentum.

Konnten die Pharisäer und Schriftgelehrten und ihre Anhänger nicht erkennen oder wollten sie nicht erkennen, getreu dem bekannten und bis heute bekannten "Grundsatz", dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Bis heute wird die Wahrheit auf vielerlei Weise unterdrückt, und das nicht nur in Glaubensdingen, weshalb der Freimut der Apostel nur bewundert werden kann und insoweit ein Vorbild für uns ist.

Einer, der auch mutig für die Wahrheit des Evangeliums eintrat, war Stephanus. Einer seiner Aussagen ist Gegenstand der heutigen Betrachtung. Auch Stephanus hebt darauf ab, dass die Juden zu den Mördern Jesu geworden sind, die den römischen Statthalter Pontius Pilatus lediglich für ihre Absichten instrumentalisiert hatten.

Stephanus wurde daraufhin, vom zornig erregten jüdischen Hohen Rat, spontan gelyncht, konkret: "gesteinigt".

Aber woher kommt der Hasse gegen das Christentum?

Das wurde mir einmal so erklärt, dass die Empfängnis durch den Heiligen
Geist und die Geburt Jesu, fromme Juden sehr stark an die griechische
Mythologie erinnern, wo Götter mit Menschenfrauen sexuelle Beziehungen
eingingen, aus denen dann Halbgötter hervorgingen.

Unter Antiochus IV. Epiphanes, worüber in den Makkabäerbüchern (Apogryphen) berichtet wird, kamen die Juden, etwa 160 v. Chr. unter eine starke heidnische, hellenistisch geprägte Herrschaft. Für gläubige Juden
ist die Vorstellung, dass sich der unnahbare Jahwe mit einer Erdenfrau
einlässt, eine nicht mehr zu überbietende Gotteslästerung.

Der jüdische Widerstand gegen das Christentum, wo eifrig intrigiert und gehetzt wurde, dürfte der Vorwand für den Antisemitismus im "christlichen Abendland" gewesen sein.

Und wie sieht es mit besagtem jüdischen Widerstand heute aus?

Unter der Überschrift "Orthodoxe Juden schänden Klöster", wurde vor
einiger Zeit berichtet, dass sich unter jüdischen Extremisten der Hass gegen Christen steigert, was sich in einer sprunghaften Zunahme von Anschlägen und Überfällen äußert - ganz wie zu den Zeiten, in denen die Apostelgeschichte spielt. Auf eine katholische Kirche wurde gesprüht: "Jesus ist ein Affe und Maria eine Kuh".

Solche Berichte lösen gemischte Gefühle aus. Auch wenn die Extremisten, die
auf der Linie des Hohen Rats liegen, eine kleine Minderheit sein dürften.

Für Christen gilt aber, dass die Juden, trotz aller Verblendung - unter der schon der Apostel Paulus litt - Gottes auserwähltes Volk bleiben, über das Gott selbst richten wird. "Christlich" motivierter und begründeter Antisemitismus ist biblisch in gar keinem Fall gerechtfertigt.

Gott schenkt es, dass Juden umkehren und zum Christentum konvertieren, die dann als "messianische Juden" bezeichnet werden. Die Auswirkungen für
die Konvertierten sind ganz ähnlich wie die, denen Muslime ausgesetzt sind,
wenn sie Christen werden.

Jesus Christus stammt als Mensch auch aus diesem Volk, zu dem ER in erster Linie gekommen ist, weil die Juden eigentlich dazu bestimmt sind, zum Heil der Welt zu werden.

Wir können nur für Israel beten und dazu beitragen, dass das Evangelium auch in Israel verbreitet wird, auch wenn das manchem Kirchenoberen bei uns nicht gefällt, weshalb auch Evangelische Kirchentage für messianische Juden gesperrt bleiben - damit der "Hohe Rat" nicht verärgert wird.

Welchen Mut hatten da doch Petrus, Johannes und Stephanus!


Jörgen Bauer