Christen sollen sich von der Welt unterscheiden!

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneueung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12, Vers 2




„Herr Pfarrer, wir gehen jetzt zum ‚gemütlichen Teil“ über und da geht manches ab, von dem wir nicht wissen, ob es Ihnen zusagt.“ Mit solchen „aufmerksamen und rücksichtsvollen“ Worten wurde manchmal unserem früherer Pfarrer bei Feierlichkeiten der Abschied Nahe gelegt.

Auch wenn man unterschiedlicher Meinung darüber sein kann, ob das die richtige Art einer Verabschiedung ist, wird dabei doch eines deutlich: Man hatte ein Gespür dafür, dass sich der Christ von der „Welt“ unterscheidet und nichts mit dem zu tun haben kann, was gemeinhin in der Welt abläuft, wobei unter „Welt“, die Gott abgewandte Seite der Welt gemeint ist.

Die Bibel hebt darauf ab, dass wir als Christen zwar in der Welt leben, und nicht nur das, wir sind auch Salz und Licht der Welt – uns aber gleichzeitig auch von der Welt fernhalten sollen, weil Freundschaft zur Welt, Feindschaft gegen Gott ist (Jakobus 4,4), um hier nur einen Vers zu nennen, mit dem dies bezeugt wird.

Als Christen sind wir deshalb nur dann überzeugend und damit ein Zeugnis, wenn wir nicht bei allem mitmachen, sondern für andere erkennbar, dem widerstehen, was gegen die Gebote und den Willen Gottes ist.

Dazu kann gehören, sich offen gegen Dinge auszusprechen, die nicht dem Willen Gottes entsprechen und dass wir bei solchen Sachen nicht mitmachen wozu auch gehören kann, eine Versammlung zu verlassen, in der es widergöttlich zugeht.

Auf den ersten Blick scheint das schwer. Man rechnet mit Unverständnis, Hohn und Spott. Es kostet deshalb Überwindung eine klare Linie zu vertreten und man braucht etwas Mut dazu.

Die Reaktionen auf ein solch entschiedenes Tun können aber trotzdem angenehm überraschend sein. Sehr viele Menschen wissen nämlich sehr genau was richtig und was falsch ist. Einfach deshalb weil Gott den Menschen durch das Gewissen ein Gespür dafür gegeben hat, und das Gewissen selbst dann noch anspricht, wenn es bereits etwas verbogen ist.

Durch eindeutiges Verhalten und klare Aussagen, wird das, was bei vielen verschüttet gegangen ist, wieder ans Licht gebracht. Die Lästerer sind dabei diejenigen, die entweder total abgestumpft sind oder die Dinge, wider eigentlich besseres Wissen, nicht wahrhaben wollen, weil sie sich sonst ändern müssten. Und das wollen sie keinesfalls.

Bevor es aber um „die Anderen“ geht, sind erst einmal wir selber aufgefordert uns zu erneuern und zu prüfen. Paulus spricht mit dem heutigen Vers die Christen in Rom und damit auch uns an. Offensichtlich bedürfen auch wir als Christen der Erneuerung und der Selbstprüfung, damit wir erkennen was im Sinne Gottes ist und seinem Willen entspricht.

Und das ist kein einmaliges, sondern ein ständiges Geschehen. Denn nur dann, wenn wir selbst demütig unter dem Wort bleiben, können wir als Zeugen überzeugen.


Jörgen Bauer