Gottes Maßstäbe sind völlig anders als die unseren!

Das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit es zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme.

1. Korinther 1, Verse 28 und 29




"Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade"

und

"ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich
rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn
solches gefällt mir, spricht der Herr.

Diese Verse aus dem Alten Testament liegen auf der Linie der heutigen Verse aus dem 1. Korintherbrief.

Gott hat es schon immer missfallen, wenn sich der Staub - in diesem Fall der
sterbliche und vergängliche Mensch - erhebt, sich wichtig nimmt, zum
Maß aller Dinge macht und damit Gott, seinen Geboten und Schöpfungsordnungen widerstrebt.

Das zieht sich durch die gesamte Bibel.

"Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind. Die Weisheit der Welt ist Torheit bei Gott. Die Weisen fängt ER im Netz ihrer Klugheit", lesen wir im 1. Korintherbrief 3, 18 ff.

Das sollten wir bei allem bedenken, was uns ständig an neuen "richtungsweisenden Ideen" und "gesellschaftlichem Wandel" verkauft werden soll, wobei ich besonders an die Ideologien denke, die derzeit im Schwange sind und mit denen die Dinge auf den Kopf gestellt werden sollen.

Gerade die intellektuellen Weltweisen, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollten, scheinen seit jeher besonders anfällig für absonderliche, welt- und wirklichkeitsfremde Ideen zu sein.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass man durchs Studieren auch dümmer oder besser, soweit entarten kann, dass es zu einer intellektuellen Besserwisserei kommt, die sich der Welt gegenüber erhaben dünkt.

Die heutigen Verse rücken dieses Bild zurecht, indem uns gesagt wird, dass
sich Gott durch die Weltweisen und Weltklugen nicht beeindrucken lässt, sondern das genaue Gegenteil eintritt.

Es ist der schlichte Gläubige, von dem man nicht besonders viel hält, der nicht
durch intellektuelle Glanzleistungen auffällt, sich dafür aber einen gesunden Menschenverstand bewahrt hat, dem sich der Geist Gottes offenbart und der die Weltklugen beschämt, wenn wieder einmal eines ihrer Kartenhäuser zusammenbricht.

Heißt das nun, dass es falsch ist, klug und gebildet zu sein? Nein, dass heißt
es ganz und gar nicht, weil es ja Gott ist, der uns Verstand und Intelligenz
schenkt, mittels derer wir uns umfangreiches Wissen und einen umfangreichen Durchblick aneignen und segensreich einsetzen können.

Aber Gott widerstrebt es, wenn wir uns deshalb im weltlichen Sinne für klug halten und meinen Gott, als den Geber aller Gaben, nicht mehr zu brauchen, weil wir nun alles besser wissen und auch können.

Wahre Klugheit besteht für Gott darin, dass wir IHN kennen und wissen, wer ER ist und wer wir sind. Wenn wir auf dieser Linie bleiben, ist es unerheblich
welche Stellung wir innerhalb der menschlichen Gesellschaft haben.

Meine persönliche Einstellung, von der ich überzeugt bin, ist die:

Ein wiedergeborener Christ, der weiß um was es geht, ist als gebildeter einzuschätzen, als ein Mensch mit den höchsten akademischen Graden und Würden, der Gott nicht kennt. Und wenn ich einen Rat bräuchte, dann würde
ich mich an den Ersteren wenden.


Jörgen Bauer