Gedanken zum Johannistag

Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Johannes 3, Verse 30 und 36 (Luther 1912)



Schon an die Weihnachtsgeschenke gedacht? Wenn nicht, wird es aber Zeit!

Das ist allerdings nicht ernst gemeint. Aber der 24. Juni ist ein besonderer
Tag, deshalb weil er genau sechs Monate vor dem Heiligen Abend liegt.

Dieser Tag ist deshalb der Johannistag, der an Johannes den Täufer erinnert,
der als letzter Prophet des Alten Bundes, auf Jesus Christus, den Stifter des Neuen Bundes, hinweist.

Johannes ist die Stimme des Predigers in der Wüste, auf den bereits der
Prophet Jesaja hinweist. Er ist der "Elia", dessen Erscheinen, nach der biblischen Prophetie, der Ankunft des Messias vorausgeht.

Johannes der Täufer redete harsche Worte:

Die Pharisäer und Sadduzäer sprach er mit, "Ihr Schlangenbrut", an. "Wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet?"

Die so Angesprochenen waren der Ansicht, dass es ausreicht zum Volk Gottes zu gehören. Aber diese Auffassung ist genauso falsch, wie die Meinung, dass es ausreicht, getauft zu sein. Wer da glaubt und getauft ist, heißt es im Neuen
Testament, weil es ohne den Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen.

Johannes spricht von Jesus als demjenigen. der die Spreu vom Weizen trennt, wobei die Spreu mit unauslöschlichem Feuer verbrannt wird.

Das sind sehr ernste Worte, die im Neuen Testament stehen.

Jesus vertieft das, wenn er sagt, dass der Zorn Gottes - unter dem wir alle von Natur aus stehen und der uns von Gott trennt - über dem bleibt, der
dem Sohn nicht glaubt, während derjenige das ewige Leben gewinnt, der
sich auf Jesus einlässt.

Johannes sagt von sich, dass Jesus in ihm wachsen muss, während sein altes ICH immer mehr abnehmen muss. Das ist das Wachsen und Reifen im Glauben, das für alle Christen gilt, denen es ernst mit dem Glauben ist.

Das sind klare Ansagen, und weil es diese in unserer Zeit kaum noch gibt, weil ständig ein weichgespültes Evangelium light verkündet wird, will ich an dieser Stelle auf diese Aussagen hinweisen, die unbedingt ernst genommen werden sollten.

Hier geht es um keine "Drohbotschaft", wie das gerne hingestellt wird. Diese Aussagen sind ebenso wenig eine Drohbotschaft, wie die Warnung vor einem Minenfeld oder einer anderen Gefahr.

Die klaren und eindeutigen, zu Unrecht als "bedrohlich" bezeichneten Aussagen des Neuen Testaments, sind als Wegweisung gedacht. damit wir uns in kein Minenfeld verirren.

Gott liebt uns so sehr, dass er möchte, dass wir zu IHM nach Hause, in unsere eigentliche Heimat, den Himmel, finden. Dieser Weg ist schmal und oft steinig. Aber unser Herr Jesus Christus möchte mit uns gehen und uns auf diesem Weg stärken und begleiten und letztlich ans Ziel bringen.

Und das ist die eigentliche Frohe Botschaft, die aber nur dadurch froh macht, wenn man weiß, vor welchen Schrecken uns der Herr bewahrt, wenn wir bei IHM als unserem guten Hirten bleiben.


Jörgen Bauer