Frei und offen reden und bekennen!

Und er (Jesus) redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm in beiseite und fing an, ihm zu wehren.

Markus 8, Vers 32



"Merkt euch eins: Alles können die Menschen vertragen, nur eines nicht, und das ist die Wahrheit", pflegte mein alter Pfarrer uns Jungen immer zu sagen.
Wobei man gleich wieder die sattsam bekannte Frage stellen könnte, "was ist
Wahrheit?"

Wer die Wahrheit sagt, lebt gefährlich. Das wusste auch Petrus. Jesus wurde von den Menschen dafür gekreuzigt. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Dieser Tage las ich einen interessanten Artikel, von der Schere im Kopf: Wir haben bei uns zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, es gibt keine
staatliche Zensur - aber trotzdem wird sie, nicht minder wirksam, von der
Zivilgesellschaft ausgeübt.

Und jeder kennt diese indirekt vorgeschriebene Meinung, und es gibt das
unstillbare Verlangen unliebsame Meinungen zu verbieten und die Betreffenden platt zu machen.

Und weil die indirekt vorgeschriebenen Meinungen oftmals christlichen Wertvorstellungen und göttlichen Geboten entgegenstehen, ergibt sich für Christen eine besondere Herausforderung, was an sich nichts Neues ist.
Und da gibt es die Moralapostel, die auf korrekte Formulierungen und die korrekten Sichtweisen achten, und Christen können da Probleme bekommen, weil sie gerade nicht auf dieser Linie liegen dürfen.

Es war so, ist so und wird so bleiben, dass das Wort Gottes immer dem
Streben des natürlichen Menschen entgegensteht, weshalb die Christen schon
immer als Fremdkörper empfunden und besonders stark verfolgt wurden und
werden. Christen leben in der Welt, aber sind nicht mehr Teil der Welt, und da ist es nur zu natürlich, dass sie Druck ausgesetzt sind.

Ich habe jetzt ein Buch über den Pädagogen und Reformer August Hermann
Francke (1663 - 1727) gelesen, der Großartiges und bis heute Richtungsweisendes schaffen durfte. Vieles hört sich da geradezu modern an. Aber es ist nun mal so, dass es zeitlos gültige Wahrheiten gibt, so wie sie uns im Evangelium vermittelt werden.

Auch damals gab es Widerstände und Rückschläge. Auch wenn diese anders als heute strukturiert waren, hat sich im Prinzip nichts geändert.

Bei Francke, wie auch anderen Glaubenshelden, fällt auf, dass sie von dem,
was sie im Glauben, durch die Leitung des Heiligen Geistes, als unabdingbar
wahr erkannt haben, nie, auch nur einen Fußbreit, abgewichen sind. Durch ihr bescheidenes und nüchternes Auftreten konnten sie viele Gegner überzeugen und gewinnen.

Nicht immer gehen die Dinge gut aus. Jesus sagt es ganz klar: "Wer sein
Leben behalten will, der wird es verlieren, wer es aber um meinetwillen
hingibt, der wird es gewinnen."

Das sind klare, wahre und damit auch für uns unbequeme Worte.

Wir wollen Gott bitten, dass ER uns stärkt und kräftigt damit wir uns nicht schon von einer nur indirekt vorgeschriebenen Meinung beeindrucken lassen.


Jörgen Bauer