Vor den Pharisäern und Sadduzäern hüten!

Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der
Pharisäer und Sadduzäer!

Matthäus 16, Vers 6


Alles schon mal dagewesen!

Die Pharisäer und Sadduzäer bildeten zur Zeit Jesu zwei unterschiedliche
Parteien. Einer Beschreibung zufolge waren die Pharisäer, aus heutiger
Sicht, eine linke Partei und die Sadduzäer eher rechtsgerichtet.

Die Pharisäer nehmen im Neuen Testament einen breiten Raum ein und
haben ein eher negatives Image. Sie werden uns als selbstgerechte
Moralapostel geschildert, die in ihrem Reden und Handeln allergrößten Wert
auf Korrektheit legten und möglicherweise auch dem Denunziantentum
nicht abgeneigt waren.

Die Sadduzäer waren eher die "Fortschrittlichen", die es mit den Römern
und deren "know how" hielten. Aus heutiger Sicht waren die Römer sehr
modern. Das römische Reich war nicht nur ein Rechtsstaat, sondern man
hatte bereits ein Bankenwesen und wusste wie man öffentliche Aufgaben
auf private Dienstleister, Zöllner, übertrug.

Aber sowohl die Welt der Pharisäer, als auch das römische Reich, hatten
keine Zukunft. Rom versank in Brot und Spielen, die Bürger hatten keine
Kraft um ihre Identität zu bewahren und wurden deshalb von anderen
Völkern, die eine entsprechende Stärke hatten, übernommen.

Jesus warnt vor dem Sauerteig der beiden politischen Strömungen.
Der Sauerteig wird in der Bibel auch als etwas Zersetzendes und damit
Negatives beschrieben.

Und davor sollen auch wir uns hüten. Die Aussage Jesu gilt deshalb auch
für uns und heißt, dass wir uns keinen Heilslehren, Ideologien oder
Programmen anschließen oder gar beherrschen lassen sollen, die alle ihre Zeit haben, aber irgendwann der Schnee von gestern sind.

Das sollen wir bedenken, wenn uns irgendwelche neuen Sichtweisen kreiert
werden. Das heißt nicht interessenlos zu sein, sondern alles am zeitlos gültigen Wort Gottes, als der zuverlässigen Richtschnur für unser Leben, zu prüfen.

Es gibt eigentlich nie etwas wirklich Neues, sondern immer nur das Alte in
ständig neuer Verpackung. Und das gilt es zu durchschauen.

Wenn ich früher einem älteren Freund von "neuen Erkenntnissen" berichtete,
konnte dieser nur sagen: "Das ist doch nicht neu, das hat doch schon der
Philosoph N.N. vor weit über 2000 Jahren gesagt.

Und der liebste Pharisäer ist mir der wohlschmeckende, alkoholhaltige Kaffee
gleichen Namens.

Jörgen Bauer