Hilfe für Flüchtlinge

Bringt den Durstigen Wasser entgegen, die ihr wohnt im Lande Tama;
bietet Brot den Flüchtigen. Denn sie fliehen vor dem Schwert, ja, vor
dem bloßen Schwert, vor dem gespannten Bogen, vor der Gewalt des
Kampfes.

Jesaja 21, Verse 14 und 15


Menschen zu helfen, die vor kriegerischen Auseinandersetzungen fliehen,
also Kriegsflüchtlingen, zu helfen, davon lesen wir schon beim Propheten
Jesaja. Und das ist eine gute, lobenswerte und nachahmenswerte Sache,
und deshalb ist es richtig und nicht zu beanstanden, wenn auch unser
Land Menschen hilft, die wirklich bedängt und bedroht sind.

Eine entsprechende Aussage finden wir bereits im Buch des Propheten
Jesaja, was eigentlich nicht erstaunlich ist, weil es Gott immer schon auch
um die Hilfe für Bedrängte ging, und in der Bibel wird verschiedentlich
darüber berichtet, dass auch Gottesmänner vor lebensbedrohlichen
Gefahren fliehen mussten, wobei besonders an König David zu denken
ist. Und selbst das Jesuskind musste damals nach Ägypten in Sicherheit
gebracht werden.

Und zu solchen Situationen wird es auch künftig kommen.

Als wir vor 30 Jahren unser Haus bezogen, sagte eine Kollegin, dass dies
wohl jetzt mein letzter Umzug gewesen ist. Darauf musste ich sagen,
dass ich ganz bestimmt noch einmal umziehen muss, nämlich dann, wenn
mein irdisches Leben endet, wobei ich aber hoffe danach in eine wirklich
endgültige Wohnung, bei Gott im Himmel, umzuziehen.

Aber auch sonst haben wir nichts gewiss und wissen nicht mit welchen
bösen Überraschungen wir vielleicht noch rechnen müssen, weshalb unser
irdisches Haus überhaupt nicht sicher ist. Wir können Gott nur bitten, dass
er uns bewahrt.

Aber nicht alle fliehen vor Gefahren. Manche halten auch die Stellung.
So war es verpönt dass Pfarrer aus der damaligen DDR die ihnen anvertraute
Gemeinde verließen um in den Westen zu flüchten.

Auch Dietrich Bonhoeffer hielt die Stellung, obwohl ihm mehrmals zur
Immigration geraten wurde. Er wollte aber seiner Berufung nicht untreu
werden, und wie wir wissen, hat er seine Haltung mit seinem Leben
bezahlt.

Flucht und Migration haben so immer zwei Seiten.


Jörgen Bauer