Unteilbare Wahrheit!

Sie (die Jünger) sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der
Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.

Johannes 17, Verse 16 und 17



Dazu meinte einmal ein hoher EKD-Kirchenführer:

Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die
Wahrheit allein zu besitzen, das Christentum darin eingeschlossen. Eine eigenartige, aber nicht ungewöhnliche Aussage. Ich habe gerade eine ausführliche Broschüre, betreffend den Propheten Jeremia gelesen, und
danach war es zur Jeremias Zeiten nicht anders als heute bei uns.

Aber dadurch sollen wir uns keinesfalls entmutigen lassen, denn Jesus
bezeugt von sich immer wieder, dass ER die Wahrheit bezeugt, ja selbst
die Wahrheit in Person ist und dass diese Wahrheit frei macht, und wir lesen,
dass Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis
der Wahrheit kommen.

Und da gibt es nur eine Wahrheit. Wer glaubt, dass Wahrheit etwas
Relatives ist oder etwas, auf das man sich einigen könne, befindet sich
auf schlüpfrigem Grund und sagt im Grunde überhaupt nichts.

Wie sollte denn die gemeinsame Wahrheit zwischen Christentum und
und anderen Religionen und Weltanschauungen aussehen, die sich zueinander oftmals wie Feuer und Wasser verhalten und völlig unvereinbar sind?

Im Hohepriesterlichen Gebet, aus dem die heutigen Verse stammen, sagt
Jesus auch, dass die Seinen nicht von der Welt sind. Als Christen leben
wir zwar in der Welt, sind aber nicht Teil der von Gott abgefallenen Welt,
weshalb sich die Jünger Jesu, als Fremdkörper, auch den Hass der Welt
zuziehen.

Der Glaube an Jesus hat, so gesehen, einen Preis, weshalb auch von
"Überwinden" und einem unvorstellbar großen Lohn für die Überwinder
gesprochen wird.

Zum Überwinden gehört, sich von den "Erkenntnissen" von Theologen
und kirchlichen Amtsinhabern - die von der Welt sind - ebensowenig irritieren zu lassen, wie zu Zeiten Jesu von dem, was Pharisäer und Schriftgelehrte
und zu Jeremias Zeiten Priester und falsche Propheten, verkündet haben.

Wir wollen das Richten hier aber Gott überlassen und beten, dass Gott
den Irrlehrern zur Erkenntnis der Wahrheit verhilft und sie nicht ins Gericht
dahingibt.


Jörgen Bauer