Du sollst nicht stehlen!

Du sollst nicht stehlen.

2. Mose 20, Vers 15



In einem Fernsehmagazin wurde darüber berichtet:

Täglich werden in den Geschäften Waren im Wert von sage und schreibe
6 Millionen Euro gestohlen, wobei die Diebe immer raffinierter vorgehen,
weshalb die vielen Sicherheitseinrichtungen nicht viel nützen.

Diebesbanden kommen zum Teil aus den östlichen Ländern und treten
zumeist zu Dritt auf, wobei zwei das Personal beschäftigen und ablenken
und der Dritte derweil stiehlt. Gezeigt wurde eine Tasche, die innen mit
Alu-Folie ausgekleidet ist, wodurch kein Signal ausgelöst wird, wenn eine
Ware geklaut wird, die mit einer elektronischen Diebstahlsicherung ausge-
stattet ist.

Aber auch Deutsche klauen, was das Zeug hält, wobei das Diebesgut
über ebay angeboten und verkauft wird. Ein Viertel der Diebereien geht
aufs Konto des Personals, das ebenso lange Finger hat.

Die Polizei ist hier weitgehend machtlos und kann nur die Spitze des
Eisbergs aufdecken. Zudem sind die meisten Geschäfte und Firmen über-
haupt nicht an polizeilicher Hilfe interessiert. Sie regeln die Dinge lieber
intern - und die Verluste werden auf die Preise aufgeschlagen - weshalb
letztlich die ehrlichen Kunden für die Diebereien aufkommen.

Die Ladendiebstähle dürften aber nur die Spitze des Eisberges sein, denn
es ist davon auszugehen, dass auch in anderen Bereichen getrickst und
betrogen wird, dass sich die Balken biegen.

Und die Täter werden dabei überhaupt kein schlechtes Gewissen haben,
sondern sich eher noch klug und clever vorkommen, denn immerhin wird
ja niemand unmittelbar geschädigt. Es gibt ja Versicherungen, die dafür
zahlen bzw. die ehrlichen Kunden durch Preisaufschläge, und man nimmt
sich ja nur das, was man selbst bereits anderweitig durch Versicherungs-
prämien und Preisaufschläge bezahlt hat.

Auch wenn das infolge der Coronakrise jetzt, mangels Gelegenheit,
etwas nachgelassen haben dürfte, hat sich grundsätzlich nichts geändert.

Ich gebe zu, dass ich, als ich noch kein Christ war, manchmal auch in die
Versuchung gekommen bin, etwas mitgehen zu lassen oder zu organisieren,
wie es verharmlosend heißt.

Aber für uns Christen gilt, sich nichts unrechtmäßig anzueignen und sei
es nur ein Kuli oder ein Radiergummi oder die Unwissenheit oder Unerfah-
renheit eines anderen gewinnbringend auszunutzen.

Unehrlichkeit und Gaunereien aller Art sind Folgen der Gottesferne und von
daher nichts Neues. Gott, der die Wahrheit ist, hasst solches Tun. Davon
lesen wir bereits in der Bibel, angefangen im Alten Testament, wo solches
Tun beklagt wird und zum Gericht Gottes führt.

Christen sollen sich auch hier erkennbar von der Welt unterscheiden, in dem
sie selbst keine krummen Touren machen, solchen nicht das Wort reden und
widerstehen, wenn von ihnen erwartet wird. sich an krummen Geschäften
zu beteiligen. Denn es sind ja nicht nur die Kunden, die klauen.


Jörgen Bauer