Es darf gespendet werden!

Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen.

1. Petrus 2, Vers 13



An manchen Tagen wird dem einen oder anderen hinsichtlich des obigen Ver-
ses einiges abverlangen. Denn da heißt es aufpassen, weil an allen Ecken
und Enden Radarfallen und ähnliche Messgeräte stehen können, wobei, wie
zu hören war, "Gewinner schriftlich benachrichtigt werden".

Ich bekomme, wenn auch selten, immer mal wieder eine "Gewinnmitteilung",
in der mir kundgetan wird, dass ich, wegen schlapper 7 km/h zuviel, berech-
tigt bin, eine "Pflichtspende" von 20,00 € an das Stadtkässle zu löhnen.

Auch "verkehrsberuhigte Zonen" haben es in sich. Ich durfte schon zwei Mal
"spenden", weil ich anstelle von 10 km/h, 19 km/h gefahren bin. Die Zone
war zwar menschenleer, aber obrigkeitliche Vorschriften sind unter allen Umständen zu beachten, und es steht uns nicht zu, ihren Sinn zu hinterfragen, was wir gerade jetzt wieder ganz aktuell erleben.

Ich kann es dann nicht lassen, der Bußgeldstelle (Anhörungsbogen) mitzuteilen, dass es wirklich nicht notwendig gewesen wäre, mir deshalb
extra einen Brief zu schreiben, ich aber die Gelegenheit eine Spende zu
leisten, trotzdem gerne wahrnehme.

Ich denke dabei nämlich an meinen, manchmal etwas kreativen Umgang mit
den Verkehrsregeln, wo ich nicht ertappt wurde. Und deshalb kann ich mich
nicht beklagen, wenn ich gelegentlich um eine Spende gebeten werde.

Eine zeitlang bekam ich fast jede Woche eine Spendenaufforderung. Das
war, als der Pkw unseres Sohnes - damals Student - auf meinen Namen zugelassen war.

Aber die Sache hat noch eine andere Dimension:

Der Mensch neigt zur Unordnung und zum Übertreten von Geboten. So, wie
er sich über Gottes Gebote und Schöpfungordnungen hinwegsetzt, macht er
es auch gegenüber der von Gott eingesetzten Obrigkeit.

Und wenn er ertappt wird, fallen ihm jede Menge Ausreden ein - die er selber
glaubt! - genau so, wie es damals im Paradies nach dem Sündenfall war. Der
Mensch ist derselbe geblieben.

Die Polizei lässt sich darauf aber nicht ein, sondern bittet mitunter kräftig zur
Kasse und wenn es ganz dick kommt, gibt es Führerscheinentzug, Fahrverbote
und Schlimmeres.

Da stelle ich mir dann vor, wie es vor Richterstuhl Christi zugeht, wenn dort
beim Jüngsten Gericht, die einzelnen Taten zur Sprache kommen. Alle Ausre-
den und noch so guten Begründungen werden dort nicht überzeugen.

Deshalb ist es gut, wenn wir bereits hier unsere Schwächen und Mängel,
kurzum unserer Ungerechtigkeit erkennen, uns also selbst nichts vorma-
chen, sondern gestehen, uns dem Urteil Gottes unterwerfen und umkehren.

Und dann erfahren wir Vergebung und die frohe Botschaft, dass für alle unsere
Übertretungen, Untaten und Ungerechtigkeiten bereits bezahlt wurde, weshalb
sie uns nicht mehr vorgehalten und angerechnet werden können.

Das bedeutet Freispruch im Gericht Gottes.

In diesem Sinne einen gesegneten Tag und möget ihr vor "Gewinnbenachrichti-
gungen" bewahrt bleiben.


Jörgen Bauer