Die verliehenen Gaben richtig einsetzen!

In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller;

1. Korinther 12, Vers 7


Ich will mit einer Fabel beginnen:

Die Tiere entschlossen sich eine Sportschule zu gründen. Sie stellten einen
Lehrplan auf, mit den Fächern Laufen, Schwimmen, Klettern und Fliegen.
Sie entschieden, dass alle Tiere an allen Sportarten teilnehmen sollten.

Die Ente war eine ausgezeichnete Schwimmerin, aber nur "befriedigend" im
Fliegen. Das sie so langsam im Laufen war, musste sie Schwimmen ausfallen
lassen, um zusätzlich Unterricht im Fach "Laufen" zu belegen. Dadurch
wurden ihre Schwimmhäute ganz abgenutzt.

Der Hase stand an der Spitze seiner Klasse im Laufen, aber er zog sich eine
nervöse Zerrung in seinen Beinmuskeln zu - aufgrund der übergroßen An-
strengungen beim Schwimmen.

Das Eichhörnchen war ausgezeichnet im Klettern, aber es erlebte eine stän-
dige Frustation beim Fliegen. Der Lehrer verlangte immer wieder von ihm,
vom Boden aus zu starten, anstatt von den Baumspitzen. Es bekam einen
Muskelkater von dieser Überanstrengung.

Fabeln dienen dazu, grundsätzliche Wahrheiten in Form von Tiergeschichten
zu vermitteln. Und in dieser Fabel geht es darum, dass wir nicht versuchen
sollen unsere Schwächen zu polieren, sondern unsere Stärken zu erkennen
und diese einzusetzen.

Wieviel Frustration, Quälerei und Misserfolg werden durch Überforderung be-
wirkt! Das fängt an bei ehrgeizigen Eltern, die aus ihren Kindern Supertalente
machen möchten, geht weiter bei Ideologen, die meinen, durch entsprechende
Förderung, aus jedem ein Genie machen zu können und hört auf mit Über-
forderungen, die man sich selbst auferlegt oder auferlegen lässt.

Jeder hat seine, ihm vom Schöpfer gegebenen Gaben, die er zum Wohl des
Ganzen einsetzen soll. Das Zusammenspiel aller Gaben, ohne Neid, ohne
Eifersucht und ohne Konkurrenzdenken und Machtstreben, bewirkt Segen.

Und das sollte gerade im christlichen Miteinander gelten.

Christen sollten zudem einen Blick für die Gaben und Fähigkeiten ihrer Mit-
menschen haben, naturgegebene Grenzen erkennen und unvernünftiges Tun nicht übergehen. Nur so können unsere Gaben dem Nutzen aller dienen.

Wir wollen Gott für unsere Gaben danken und uns zeigen lassen, wie wir
diese stärken und fördern und zu Seiner Ehre gebrauchen können.


Jörgen Bauer