Streit in der rechten Weise schlichten!

Wie kann jemand von euch wagen, wenn er einen Streit hat mit
einem andern, sein Recht zu suchen vor den Ungerechten und
nicht vor den Heiligen? Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt
richten werden? Wenn nun die Welt von euch gerichtet werden
soll, seid ihr dann nicht gut genug, geringe Sachen zu richten?
Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden? Wie viel mehr
über Dinge des täglichen Lebens.

1. Korinther 6, Verse 1 – 3



Auch Christen sind nur Menschen. Und vor allem keine „besseren Men-
schen“. Das heißt, dass auch bei Christen der „Alte Adam“ immer wieder
durchdringt, wenn es ums Rechthaben, Rechtbehalten, um wirklich erlit-
tenes oder auch nur vermeintliches Unrecht geht.

Und da gibt es nach wie vor Dinge, die einen „völlig zu Recht in die Gänge
bringen “. Man muss da nur an Zurücksetzungen, Erbstreitigkeiten und
dergleichen denken.

Aus dem Text ist zu entnehmen, dass es um das Verhältnis der Christen
untereinander geht. Paulus tadelt nicht, dass Christen untereinander Streit
haben können. Die Christen müssen aber bedenken, dass sie aus der Welt
herausgerufen und für Gott geheiligt sind und mit Christus zusammen die
Welt nebst den gefallenen Engeln richten werden.

Wenn Christen untereinander Streit haben und ihr Recht bei denen suchen,
über die sie einmal richten werden, dann passt das nicht zusammen. Abge-
sehen davon, dass die Christen gegenüber der Welt an Glaubwürdigkeit
verlieren, wenn sie von geschwisterlicher Liebe sprechen was sie aber nicht
davon abhält, sich vor dem Kadi zu treffen.

Es ist im Sinne unseres Herrn, wenn wir versöhnungsbereit sind und das
nicht nur gegenüber unseren Glaubensgeschwistern. Im Bezug auf die
Welt, spricht Jesus davon, dass wir uns mit unserem Gegner einigen
sollen, solange wir noch auf dem Weg zum Gericht sind und dass wir dem,
der uns nötigt, mehr geben sollen, als er von uns verlangt. Ohnehin ist
Geben seliger als Nehmen.

Das Einstecken und Zurückstecken fällt uns sehr schwer. Eben weil der
„Alte Adam“ immer wieder durchdringt, so wie bereits eingangs gesagt.

Wir können uns hier nur in die Schule Jesu begeben und uns von IHM
umgestalten lassen. Je mehr wir unser Herz dabei von uns ab- und IHM
zuwenden, je mehr wir uns darüber freuen können, dass unsere Namen im
Himmel geschrieben sind, je mehr Wurzeln wir in der Ewigkeit schlagen
umso gelassener werden wir und umso mehr können wir unsere Sache
dann in der Hand Gottes legen und darauf vertrauen, dass er den Weg
weiß und alle Dinge zum Besten wendet.



Jörgen Bauer