Derzeit fällt Sein Dienst mir schwer!

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es
ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von
Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt
der Anordnung Gottes, die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das
Urteil zu.
Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut.

Römer 13, Verse 1.2 und 4


Von dem Lockdown, der jetzt wieder angefahren wurde sind weder meine
Frau, noch ich, betroffen. Gehen wir doch zu keinerlei Großveranstaltungen,
in keine Nachtbars usw. und nur selten mal in ein Restaurant. Auch planen
wir derzeit keine größeren Reisen. Kino, Theater, Konzerte usw. brauchen
wir auch nicht. Radio und Fernsehen genügen uns.

Kein Grund für uns sich aufzuregen! Und wer sich benachteiligt fühlt,
muss sich selbst wehren!

Trotzdem ist das ganze Geschehen, rund um Corona, für mich ein ständiges
Ärgernis, und ich bekomme hier ständig jede Menge umfangreicher Mails,
angereichert mit Fakten, die nicht einfach aus der Luft gegriffen sind und
von großem Unmut zeugen. Und jetzt macht sich weiterer Unmut breit.

Auch wenn ich persönlich keine Nachteile zu erdulden habe, fühle ich doch
mit denen, deren Existenzen zerstört werden.

Ich will das aber nicht weiter vertiefen, sondern mir den heutigen Text aus
Römer 13 zu Gemüte führen, weil auch ich den Anordnungen der Obrigkeit,-
zumindest verbal, widerstrebe. Denn vieles geht mir einfach zu weit.

Aber ist das richtig, wenn ich auf der anderen Seite immer wieder betone,
dass die Bibel verbindliches Wort Gott ist, an dem wir uns ausrichten sollen, auch dann, wenn es für uns ärgerlich ist?

Die Vorstellung, dass die Bundeskanzlerin Gottes Dienerin, uns zugut,
auf Erden ist, ist für mich gewöhnungsbedürftig. Aber haben alle Regierenden
ihre Macht nicht doch letztlich von Gott bekommen, auch dann, wenn sie,
dem Anschein nach, von Menschen gewählt wurden, weil es Gott ist, der die
Herzen und Geschicke der Menschen lenkt?

Ich erinnere mich an die Lehrerin, die sich bei einem Seelsorger sehr über
ihren Rektor beklagte, den sie als einen ausgesprochenen "Kotzbrocken"
beschrieb. Der Seelsorger fragte die Lehrerin ob sie denn schon mal für
den Rektor gebetet habe.

Dieses Ansinnen empfand sie unmöglich und befremdlich. Sie erhielt aber
den seelsorgerlichen Rat, es einmal mit Beten zu versuchen, was sie wohl
auch tat.

Als sie später gefragt wurde, ob sich der Rektor durch ihr Gebet verändert
habe, antwortete sie: "Geändert nicht, aber ich kann ihn jetzt besser
verstehen."

Ein guter Weg, wie ich finde!


Jörgen Bauer