Ja, die Obrigkeit!

Erinnere sie daran, dass sie der Gewalt der Obrigkeit untertan und
gehorsam seien, zu allem guten Werk bereit, niemanden verleumden,
nicht streiten, gütig seien, alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen.

Titus 3, Verse 1 unf 2


Mit der Obrigkeit hatte man wohl schon immer so seine Probleme. Deshalb
wohl auch die mahnenden Worte, die nicht besagen alles gutzuheißen
oder passiv hinzunehmen. Es muss manchmal auch entschieden widersprochen
werden.

Zum Glück können wir die uns Regierenden selbst wählen und können auch das sagen, was wir denken.

Unter DDR-Verhältnissen wäre ich bei der Art, in der ich mich manchmal äußere, längst im Knast gelandet.

Aber auch bei uns ist Vorsicht mit Aussagen, die nicht vollständig korrekt
sind, geboten. Auch Leute mit unkorrekten Ansichten zu kennen, kann
bereits bedenklich sein.

Es gibt in der westlichen Welt jetzt den Begriff des "Cancel Culture", was soviel wie "Streichen" und "Auslöschen" bedeutet. Abserviert und kaltgestellt wird hier, wer den Unmut lautstarker Moralisten erregt hat, wozu schon Kleinigkeiten und Verdächtigungen, von der favoritisierten Meinung abzuweichen, ausreichen. Beispiele dafür gibt es bereits.

Deshalb ist es wichtig, für die Verantwortlichen zu beten, damit sie Rückgrat
und Augenmaß bewahren und sich an Fakten und nicht an Emotionen orientieren. Daneben sind aber auch persönlicher Mut und Standvermögen
gefragt.

Bevor wir uns aber aufregen gilt es zu bedenken, dass alle Menschen Gottes Ebenbilder und als Sünder erlösungsbedürftig sind und Jesus Christus für alle gestorben und auferstanden ist.

Die heutigen Verse heben zudem darauf ab, dass wir zu guten Werken
bereit sein sollen. Durch unser, am Geist Jesu Christi ausgerichtetes Verhalten,
sollen wir auffallen und nicht dadurch, dass wir zu Aufruhr und Widersetzlichkeit aufrufen.

Niemanden verleumden heißt, anderen nichts zu unterstellen, sie zu beschimpfen oder mit üblen Verbalinjurien zu belegen.

Sanftmütig und gütig heißt, Verständnis aufzubringen und das Gute zu sehen,
das beabsichtigt ist. Es geht letztlich immer um die praktizierte Nächstenliebe,
die, wenn sie beim Gegner ankommt, Gutes bewirken kann.

Das ist eine ständige Gratwanderung, bei der wir nur dadurch vor dem Abgleiten bewahrt werden, wenn wir uns ständig am Wort Gottes ausrichten und von Gottes Geist leiten lassen.

Jörgen Bauer