Gedanken zum Ewigkeitssonntag!

Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter
Schaden und Jammer, und den Weg des Friedens kennen sie
nicht (Jesaja 59,7-8).

Römer 3, Verse 15 bis 17



Der Volkstrauertrag war zwar schon am 15. November, aber mir sind
immer noch die Reden in Erinnerung, die an solchen Tagen gehalten
werden, zumal ich als Mitglied des örtlichen VdK selbst an einer solchen Veranstaltung teilnehme, und dazu sind mir die obigen Verse eingefallen.

Wegen Corona mussten die öffentlichen Gedenkfeiern, bestehend aus einer Ansprache, musikalischer Umrahmung und Kranzniederlegungen dieses
Jahr leider ausfallen. Aber einen Kranz haben wir trotzdem niederlegen
lassen.

Aber wer sind den diejenigen, "deren Füße eilen, Blut zu vergießen"? Solche
Fragen stellen sich, wenn der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ge-
dacht und gleichzeitig die Sehnsucht nach Frieden geäußert wird.

Und da ist es gut, wenn der Volkstrauertag kein "Heldengedenktag" ist,
mit der Losung: "Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben",
wie ich es an einer Kirche in Bayern gelesen habe.

Bei den Gedenkreden entsteht manchmal der Eindruck, dass es da auf der einen Seite die Täter und auf der anderen die Opfer gibt. Aber ist das so?

Die obigen Verse stehen unter der Überschrift:

Die Schuld ALLER! vor Gott.

Da wird also nicht unterschieden in hier die "Unschuldigen" und dort die
"Schuldigen". Das Wort Gottes hält uns allen den Spiegel vor und sieht
uns alle gleichermaßen als Täter und Opfer. Und so entspricht das auch
der Realität.

Denn das Böse, und damit der Unfriede, nimmt seinen Anfang bereits im Herzen jedes Einzelnen von uns und fängt damit im Kleinen, in der Familie
und im engsten Umkreis an und setzt sich dann im Großen fort.

Mit der Umkehr zu Jesus Christus, indem wir IHN und sein Wort im Glauben annehmen und uns durch seinen Geist verändern lassen, könnten sich die
Dinge zum Besseren wenden, indem sie vielleicht ein Stückweit erträglicher
werden.

Solcherart Nachdenkliches müsste im Zentrum von Gedenkfeiern stehen.
Pläne für eine bessere Welt helfen nicht, solange sich das Menschenherz
nicht ändert, und da besteht weiterhin die Neigung, das "Gute", oder was
man dafür hält, gewaltsam erzwingen zu wollen.

Heute, am Ewigkeitssonntag - auch "Totensonntag" genannt - an dem überhaupt aller Verstorbenen gedacht wird, geht der Blick in Richtung Auferstehung, Neuschöpfung Gottes und ewiges Leben, denn erst in
Gottes neuer Schöpfung wird es den Frieden geben, den eigentlich alle ersehnen.

Wir können die Welt nicht verbessern. Aber das Wort Gottes kann uns
Trost und die Kraft geben, wenigstens in unserem Umfeld für Frieden zu
sorgen.


Jörgen Bauer