Zum Stephanustag!

Er aber, voll heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die
Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und
sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschen-
sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut und hiel-
ten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein,
stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen
legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß
Saulus, und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und
sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er fiel auf die Knie und
schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er das
gesagt hatte, verschied er. Saulus aber hatte Gefallen an seinem
Tode.

Apostelgeschichte 7, Vers 55 - 8, Vers 1


Wie lässt sich der Hass der Juden auf Jesus und die Christen erklären?

Ein gewichtiger Grund ist der, dass die Vorstellung, dass der heilige Gott,
vor dem man den allergrößten Respekt hatte, einen menschlichen Sohn
haben könnte, was in den Augen der Juden, die reinste Gotteslästerung
war, erinnerte dies doch an die griechische Mythologie, wo die Götter mit
Erdenfrauen erotische Beziehungen eingingen.

Und seit der Makkabäerzeit lehnten die Juden das Griechentum ohnhein ab.

Hinzu kam, dass man vom Messias eine völlig andere Vorstellung hatte,
nämlich als jemanden, der Israel neuerlich zu Macht und Einfluss verhelfen
würde. Und diesem Messiasbild entsprach Jesus in keiner Weise.

Aufgrund ihrer Schriftkenntnis hätten die Juden allerdings wissen können,
dass der verheißene Messias, eben gerade nicht diesen Vorstellungen ent-
sprach.

Aber die Wahrheit, die Jesus verkündigte und damit den Juden den Spiegel
vorhielt, war diesen ein Ärgernis und damit etwas, was bis heute die Feind-
schaft der Welt, und anstelle der damaligen Pharisäer und Schriftgelehrten,
die Feindschaft einer verweltlichten Kirche, nach sich zieht.

Der Sohn Gottes wurde so in eine, vom Satan besetzte Welt hineingeboren,
weshalb der Widersacher von Anfang an die Jagd auf das Jesuskindes auf-
nahm, was mit dem Kindermord von Bethlehem, durch Königs Herodes, an-
fing

Jesus war deshalb von Anfang derjenige, dem man nach dem Leben trachtete,
und das hat sich bis heute nicht geändert, wobei die Christenheit, als der Leib
Christi, an die Stelle des auferstandenen Herrn getreten ist. Und das wird so
bleiben, bis der Herr wiederkommt.

Dadurch wird erklärbar, dass, in Verbindung mit dem freudigen Ereignis der Geburt des Erlösers, sofort an das Märtyrium gedacht wird. Und Stephanus war der erste, wenn auch nicht der letzte christliche Märtyrer.

Nur wenigen ist geläufig, dass der 2. Weihnachtstag der Stephanustag ist,
an dem des ersten Märtyrers der Christenheit gedacht wird. Deshalb soll heute
daran erinnert werden und daran, dass der Glaube an Jesus Christus kein
Spaziergang ist.


Jörgen Bauer