Alles schon mal dagewesen!

Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im
Palast des Hohenpriesters, der hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie
Jesus ergreifen und töten könnten.

Matthäus 26, Verse 3 und 4


Das war eigentlich noch nie anders: Unbequeme Zeitgenossen, also solche,
die abweichende Ansichten vertreten, müssen eliminiert werden. Hierzulande
bietet sich dazu u.a. der sehr dehnbare § 130 StGB (Volksverhetzung) an, mit
dem Menschen mundtot gemacht werden können. Jetzt war der Pastor
der St. Martini Gemeinde in Bremen an der Reihe, der von der Bremischen
Evangelischen Kirche vorläufig des Dienste enthoben wurde.

In einem Eheseminar seiner Gemeinde, das auf YouTube veröffentlicht
wurde, hatter er unter anderem Homosexualität als eine "Degenerationsform
der Gesellschaft" bezeichnet und gesagt: "Überall laufen diese Verbrecher
rum vom Christopher Street Day." (Der Pastor und seine Kirche waren
häufiger den Angriffen der Homo-Lobby ausgesetzt.) Außerdem hatte er
geäußert: "Der ganze Gender-Dreck ist Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung".

Olaf Latzel hatte sich später dafür entschuldigt, die Aufzeichnung gelöscht
und betont, dass er Homosexuelle nicht als Verbrecher ansieht.

Man hätte das Ganze also geräuschlos aus der Welt schaffen können.
Stattdessen wurde Olaf Latzel angeklagt und wegen "Volksverhetzung"
verurteilt. Das Urteil ist zwar noch nichts rechtskräftig, aber für die
Bremische Kirche ist durch den Pastor Latzel "jetzt keine glaubwürdige
Verkündigung mehr denkbar".

Also vorsichtig mit Meinungsäußerungen und jedes Wort dreimal im
Munde herumdrehen!

Ich konnte nicht umhin, dem Schriftführer, entspricht dem Bischofsamt,
der Bremischen Kirche eine Mail zu schicken.

Sehr geehrter Herr Pastor Dr. Kuschnerus,
und BCC Mitleser,

die Bremische Kirche hat es dem unverbesserlichen christlichen Bekenner,
Olaf Latzel, aber ordentlich gegeben, in dem sie ihm kräftig eine reingewürgt hat. Da haben sich die Verantwortlichen der Bremischen Kirche als echte Formalisten erwiesen, die es mit ihrem ausgeprägten Sinn für Recht und Ordnung, Moral und Sauberkeit nicht vereinbaren konnten, Olaf Latzel weiterhin im Pfarrdienst zu belassen, nachdem er mit fadenscheinigen
Gründen verurteilt wurde und die Sache noch gar nicht rechtskräftig ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass als Nächster Jesus Christus, von dem ja auch kräftige Aussagen überliefert sind, dem Bremischen Kirchenbann verfällt und über ihn, allenfalls nur noch gefiltert, gepredigt werden darf, worauf man sich in der Ev. Kirche ohnehin versteht. Vom Völkerapostel Paulus erst gar nicht zu reden.

Ich lese gerade in „Confessio Augustana“ IV 2020, in der über christliche Flüchtlinge berichtet wird, die, zum Teil schon seit Jahren, in hiesigen Gemeinden aktiv sind und denen vom BAMF der christliche Glaube abgesprochen wurde, weshalb die Gefahr besteht, dass sie abgeschoben werden.

Bei Ihrem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit könnte sich für Sie hier ein reiches Betätigungsfeld ergeben, in dem Sie sich für diese Christen einsetzen, anstelle einen verdienten Pastor zu schikanieren und zu malträtieren. Unser Land, das sich, ebenso wie die Ev. Kirche, auf dem absteigenden Ast befindet, benötigt dringend Pastoren vom Schlage eines Olaf Latzel.

Nutzen Sie die bevorstehenden Festtage zum Nachdenken und bitten Sie Gott, der gerne gibt, um viel Weisheit und Verstand.

Ich wünsche Ihnen und der Bremischen Kirche ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Jörgen Bauer