Gott hält Wort!

Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;
denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast
vor allen Völkern.

Lukas 2, Verse 29-31




Von Simeon und seiner obigen Aussage berichtet uns Lukas und davon,
dass dieser fromm und gottesfürchtig war und auf den Trost Israels
wartete. Der Heilige Geist war mit ihm, und der hatte ihn wissen lassen,
dass er nicht sterben sollte, bevor er nicht den von Gott versprochenen
Heiland gesehen hatte.

An dem Tag nun, an dem von Maria und Josef das vorgeschriebenen Opfer
dargebracht und Jesus im Tempel dargestellt wurde, ging Simeon, getrie-
ben vom Heiligen Geist, in den Tempel.

Simeon war ein Mann, der fest auf Gott vertraute, der die damalige Bibel,
bestehend aus dem Gesetz, den Propheten und den Schriften sehr gut
kannte und darum wusste, dass Gott einen Retter verheißen hatte. Auf
diesen Retter wartete er.

Und hier ist uns Simeon ein Vorbild: Er zweifelte nicht an Gottes Zusage,
etwa deshalb, weil der Retter so lange auf sich warten ließ. Er gehörte nicht
zu denen die sagten „der kommt bestimmt nie, denn wenn, dann hätte er
längst kommen müssen.“ Sicher hat Simeon immer wieder darum gebetet,
dass dieser Retter kommen möge.

Sind wir heute nicht in einer ähnlichen Situation hinsichtlich der versproche-
nen Wiederkunft Christi? Sollten wir nicht dem Beispiel des Simeon folgen,
glauben und darum beten, dass der Herr bald kommt?

Und noch etwas ist wichtig: Die Schriftgelehrten, die ja die damalige Bibel
auch bestens kennen mussten, hatten absolut nichts begriffen. Sie hätten
eigentlich, spätestens an dem späteren Wirken Jesu, erkennen können, dass
alles das, was über den prophezeiten Retter gesagt ist, auf Jesus zutrifft.
Aber ihre gesamte Gelehrsamkeit hatte sich, von wenigen Ausnahmen abge-
sehen, hier als Glaubenshindernis erwiesen.

Und wie ist das heute? Passiert das Gleiche nicht auch immer wieder? Wie
viele hochintelektuelle und wortreiche theologische Betrachtungen werden
angestellt, bei denen man den Eindruck haben muss, dass das Wesentliche,
auf das es letztlich ankommt, nicht erkannt wurde.

Das Entscheidende ist der Geist Gottes, der uns das Herz und damit unser Innerstes öffnen muss, damit wir erkennen, wie die Dinge wirklich sind und nicht versuchen, diesen nur auf intellektuellem Weg näher zu kommen, bei dem die Gefahr besteht, sich über das Wort Gottes zu stellen und am Ende überhaupt nichts zu begreifen.

Und noch andere Wirkungen des Heiligen Geistes werden hier sichtbar:

Das eine ist, dass uns der Geist Gottes zu einem bestimmten Tun treiben
kann. Hier war es so, dass sich Simeon gedrängt sah, in den Tempel zu ge-
hen.

Das andere ist, dass nicht nur Simeon, sondern auch die Prophetin Hanna,
unabhängig voneinander erkannt haben, wer dieses Kind ist, das da im Tem-
pel dargestellt wird. Der Heilige Geist bewirkt demnach keine „einsamen Er-
kenntnisse“, sondern wirkt so, dass Menschen, unabhängig voneinander,
etwas Richtiges erkennen.

Und so ist das bis heute geblieben.

Für beide war es ein großer Trost, dass sie in dem Kind im Tempel die Erfül-
lung von Gottes Zusage erkennen durften.

Wir wollen Gott bitten, dass er auch uns stets offen für das Wirken Seines
Geistes hält. Und dazu gehört, dass wir uns in der Bibel auskennen und mit
und aus dem Wort Gottes leben, so wie damals Simeon.



Jörgen Bauer