Weitblick des Glaubens!

Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes;
es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es
muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber
beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.

1. Korinther 2, Verse 14 und 15




Ich war nicht immer Christ und wenn, dann nur dem Namen nach. Wenn
ich früher die „Frommen“ so reden hörte, hielt ich die immer für etwas
abgehoben weltfremd. Für mich war klar: „so wie die, wirst du nie!“

Und doch kam alles anders und heute höre ich mich manchmal genau so
reden, wie die „Frommen“ von damals. Das liegt daran, dass mir nach und
nach klar wurde, dass die Dinge tatsächlich „andersherum“ richtig ist.

Beim Lesen der Bibel wurde mir deutlich, dass Gottes Maßstäbe unseren
menschlichen Maßstäben diametral entgegengesetzt sind.

Wird dies akzeptiert, führt das zu einem tieferen Verständnis der Zusam-
menhänge und lässt mehr und mehr erkennen, dass das Wort Gottes tat-
sächlich die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist.

Etwas, was sich im Alltag dann immer wieder bestätigt. Wäre es anders,
hätte ich den Glauben längst aufgegeben. So aber erlebe ich den Glauben
als Geschenk Gottes, durch den mein Leben in allen Dingen eine Wende
zum Guten genommen hat.

Manchmal frage ich mich, wieso gerade ich dazu gekommen bin, die retten-
de Botschaft des Evangeliums zu erfahren. Ich kann mir das nur mit der
Gnade Gottes erklären, der diese, ohne Ansehen der Person, verschenkt.
Die Schrift spricht hier von Gottes freier Gnadenwahl.

Weil das so ist, kann man niemanden vom Glauben überzeugen. Wer nicht
glauben kann oder will, für den bleibt das Evangelium von Jesus Christus
eine Torheit. Bei Gesprächen mit Nichtglaubenden fühlt man sich deshalb
auch wie einer, der einem von Geburt an Blinden erklären soll, was Farben
sind.

Und genau das bestätigt auch der heutige Text.

Nach wie vor weht aber der Geist Gottes in der Welt und rührt Menschen an.
Ich glaube deshalb nicht, dass der Unglaube ein unabwendbares Schicksal ist,
sondern dass es auch am Einzelnen liegt, ob er sich auf den Glauben einlassen
will.

Andernfalls wäre der Zorn Gottes über den Unglauben ungerecht.
Gott aber ist gerecht!

Wir können Gott nur bitten, dass ER Ohren und Herzen der Menschen öffnet,
dass sie sich von seinem Geist anrühren lassen und dass er uns bereit macht
stets für Seinem Geist offen zu blieben und uns ermutigt und befähigt, die
Wahrheit des Evangeliums, der Welt gegenüber, vollständig, hörbar und ver-
stehbar zu bezeugen.



Jörgen Bauer