Einheit in der Vielfalt!

Die Namen der zwölf Apostel sind diese: Zuerst Simon, genannt Petrus,
und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes,
sein Bruder; Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der
Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus; Simon Kananäus
und Judas Iskariot, der ihn verriet.

Matthäus 10, Verse 2 bis 4


Die Welt ist nicht so, dass man überall und jederzeit damit zufrieden sein
könnte. Deshalb gibt es immer wieder Versuche, die Welt zu verändern,
wobei viele dieser Bestrebungen durchaus richtig waren und sind,
weshalb wir hierzulande in einer Welt leben, in der es sich, auch wenn
nicht alles vollkommen sein kann, leben lässt.

Es gab und gibt aber immer wieder "Weltverbesserer", denen das nicht
genügt und die ihre Ideen um jeden Preis verwirklichen wollen.

Die diesbezüglichen Ideologien verstecken sich hinter wohltönenden Parolen, wie "Freiheit", "Gleichheit", "Brüderlichkeit" oder hinter anderen Parolen, die
den diversen "Geknechteten" Freiheit versprechen.

Die jeweiligen Ideologien können atheistisch, religiös, gleichmacherisch,
moralisierend und sogar christlich gefärbt sein.

Wenn "Weltverbesserer" an die Macht kommen, werden sie zu Diktatoren
und Gewaltherrschern, die ihre "Untertanen" in jeder Hinsicht gleichschalten
wollen: Eine Einheitsmeinung, eine einheitliche Weltanschauung, einheitliche
erzwungene Verhaltensmuster usw., und wer nicht spurt wird aus dem Verkehr
gezogen oder kommt in ein Umerziehungslager.

Auch wohlmeinende Gesundheitsfürsorge, mit der der Untertan vor allem
Unbill bewahrt werden soll, kann entarten. Das gilt auch für den Umweltschutz
und das Erfinden ständig neuer Feindbilder, wie Rassisten und Rechte.
Auch die Familie wird, von manchen Ideologen, mehr und mehr kritisch gesehen und müsste, nach deren Auffassung, eigentlich abgeschafft werden.
Die persönliche Freiheit, das selbständige Handeln, die persönliche Weltanschauung und die Eigenverantwortung werden dabei, zu unser aller Schaden, beschnitten.

Ich habe die zwölf Apostel deshalb an den Anfang der Andacht gestellt, weil
Jesus immer wieder gern als Revolutionär und das Christentum als etwas
Revolutionäres hingestellt wird, bei dem es um Weltverbesserung geht.
Wer das meint, hat Jesus und das Christentum gründlich missverstanden.

Natürlich geht es um eine Veränderung. Aber eine radikal andere, deren Ziel
keine bessere Welt im ideologischen Sinne, sondern das Reich Gottes ist,
in dem dann, ohne menschliches Zutun, alles wirklich vollkommen sein wird
und keiner Verbesserung mehr bedarf. Und in diesem Dienst stehen die Apostel und die Christen, indem sie, im Auftrag Jesu, das Evangelium verbreiten.

Die Apostel habe ich deshalb an den Anfang gestellt, weil sie keine geistige Uniformierung aufweisen, sondern, trotz eines gemeinsamen Zieles
- vom Verräter Judas abgesehen, aber auch den gibt es bis heute - völlig unterschiedliche Charaktere sind und jeder anders geartet ist.

Und das soll auch für uns Christen gelten.

Jörgen Bauer