Das nicht immer leichte Achte Gebot!

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

2. Mose 20, Vers 16


Das ist ein Gebot, gegen das sehr häufig verstoßen wird, wobei wir uns, wenn
wir ehrlich sind, selbst ganz persönlich als Übertreter dieses nach unserer Zählung 8. Gebotes erkennen müssen. Wobei es uns nicht entschuldigt, dass
schon immer und immer wieder dieses Gebot übertreten wird.

Denn "falsches Zeugnis reden", das ist nicht nur die gröbliche Lüge, mit der
grob die Unwahrheit gesagt wird, sondern ganz besonders die mehr subtile
Art mit der ganz geschickt und nicht immer sofort erkennbar, Unwahrheiten
verbreitet werden, also indirekt "falsches Zeugnis wider den Nächsten
geredet" wird, was aber ebenso wirkungsvoll, wenn nicht sogar wirkungsvoller
als die gröbliche Unwahrheit ist.

Dazu können tatsächlich gemachte wörtliche Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und damit sinnentstellt ins Gegenteil verkehrt, wiedergegeben werden.

Auf dieser Linie liegen auch die Halbwahrheiten, wenn etwas nicht vollständig
weitergegeben, sondern zuvor verkürzt und mit der eigenen Deutung angereichert, als Tatsache weiterverbreitet wird.

Es ist anzunehmen, dass solche Erfahrungen bei der Kreation des Begriffs
"Lügenpresse" bzw. "Lückenpresse" Pate gestanden haben, denn immer
wenn es um Kampf und konkurriernde Anschauungen geht, liegt es nahe,
es mit der Wahrheit nicht so ganz genau zu nehmen.

Und das gilt für alle Lebensbereiche.

Im privaten Bereich geschieht das durch "Naserümpfen", durch abfällige Bemerkungen. Auch wenn man sich solche anhört, nicht widerspricht
und richtigstellt, wenn man es anders weiß, ist man an der Verbreitung des falschen Zeugnisses beteiligt.

Hier sind wir täglichen Versuchungen ausgesetzt.

Als Christen sollen wir den Mut zur Wahrheit haben und widersprechen. Hier wollen wir auf uns Achthaben und Gott um Leitung und Führung bitten.

Jörgen Bauer