Familienbande!

Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden.
Matthäus 12, Vers 47

Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?
Matthäus 13, Verse 55 und 56

Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
Johannes 7, Vers 5

Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Apostelgeschichte 1, Vers 14




Der Begriff "Familienbande" ist etwas doppeldeutig. Geht es um die familiären Bindungen oder ist die Familie eine "Bande"? Manchmal könnte der Eindruck entstehen, dass die Famlie
von manchen als "Bande" erlebt wird.

Wie die Schrift bezeugt, war Jesus auch ganz Mensch und
wurde in allen Dingen als Mensch wahrgenommen. Und dazu gehörte wohl auch, dass er, wie alle Menschen, eine aus Menschen bestehende, höchst irdische Familie hatte,
die allerdings auch nicht besser, als andere Familien war.

Nachdem Jesus zunächst als Bauhandwerker im Betrieb seines Ziehvaters Josef und seiner Geschwister, die genau genommen Halbgeschwister waren, arbeitete, muss es, als Jesus mit
seinem Wirken begann, zu Differenzen gekommen sein.

Die Brüder, die nicht an IHN glaubten, waren sich unsicher.
Für sie schien ER ein Außenseiter und Sonderling, wenn nicht
gar ein "Spinner" zu sein, um den man sich schon deshalb
sorgen musste, weil er das Ansehen der Familie schädigen und diese in Gefahr bringen konnte, wenn er sich zu weit aus dem Fenster lehnte.

Als Jesus einmal noch beim Verkündigen war, standen seine Mutter und seine Brüder im Abseits und wollten mit ihm
sprechen. Über was wohl? Vermutlich um "beruhigend" auf IHN einzuwirken.

Aber Jesus grenzt sich hier scharf von seiner irdischen Familie
ab und zeigt auf, wer seine wirkliche Familie ist, nämlich die,
die den Willen Gottes tun. Den Willen Gottes tat ER und nahm dafür in Kauf von der Familie missverstanden zu werden.
Gleiches fordert Jesus auch von uns.

Für das ungläubige Volk bestand kein Zweifel daran, dass Jesus
in die Familie von Maria und Josef gehörte und von daher Brüder und Schwestern hatte. Von einer abgehobenen "heiligen Familie" lesen wir absolut nichts. Ebenso auch nichts von einer abgehobenen Maria, die, als "Mutter Gottes", mit besonderen Kräften ausgestattet, in Erscheinung getreten wäre.

Auch seine Brüder glaubten nicht an IHN, lesen wir. Sie versuchten vielmehr IHN zu versuchen, in dem sie IHM rieten
auf das Laubhüttenfest zu gehen, um dort "Proben seine Könnens" abzugeben.

Erst nach seiner Auferstehung erkannten die Brüder wer Jesus
ist und fügten sich, mitsamt ihrer und seiner Mutter Maria, demütig in die übrige Gemeinde seiner Jünger ein.
Der Herrenbruder Jakobus übernahm später eine führende Rolle
in der jungen Christengemeinde.

Wir erkennen, dass Jesus, auch bezüglich seiner Familie, alle menschlichen Nöte durchgemacht hat, um uns auch hier in
allem gleich zu werden und damit verstehen zu können.


Jörgen Bauer