Nicht herrschen, sondern dienen!

Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener;
und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht.

Matthäus 20, Verse 25 bis 27



Sind es nur die Regierenden die Druck ausüben oder sind es
auch die "Büroschemel-Cäsaren", die ihre Untergebenen niederhalten?

Weil Fernsehen "bildet", sehe ich mir die eine oder andere Sendung an, und da wurde neulich von gestressten Lehrern
mit Burnout-Syndromen berichtet.

Wir haben in unserer weiteren Verwandtschaft auch eine Lehrerin, die vorzeitig in den "Ruhestand verabschiedet" wurde.

Was sie erzählte ist ganz typisch und passiert in allen
Bereichen - also nicht nur bei den Lehrern - und auch ich
meine mich da noch an das Eine oder Andere erinnern zu können.

Da sind die "Oben", die "Macher", die im Grunde genau wissen, dass etwas so nie funktionieren kann, das aber trotzdem
von denen "Unten" verlangen, ohne sich dabei aber weiter
um diese zu kümmern oder diesen Rückendeckung zu geben.

Geht es dann, wie nicht anders zu erwarten, daneben, wirft
man denen "Unten", "Unfähigkeit" vor, weil sie den "genialen Vorstellungen der Oberen" nicht folgen konnten. Kurzum man
lässt sie im Regen stehen.

Die "Oben" sind aber auch ihrerseits wieder Opfer, weil auch
sie irgendwelche Erwartungen erfüllen müssen, und so geben
sie den Druck ganz einfach nach unten weiter.

Und da keiner den Mut hat, den Mund aufzumachen, aus Angst
in Ungnade zu fallen, bleibt am Ende nur noch der Burnout
und der vorzeitge Ruhestand. Und wenn es ganz schlimm
kommt, baut ein Gemeinwesen nur noch auf ständigem gegenseitigen Selbstbetrug auf, und manchmal könnte man meinen, es wäre so.

Da gibt es den Begriff des "Radfahrers": Nach oben ducken,
und nach unten treten.

Und so soll es bei euch nicht sein, sagt Jesus!

Aber hat Jesus da nicht gut reden? Denn was Jesus hier sagt, bedeutet neuerlich die Umwertung aller Werte.

Aber wer kann sich denn schon den "Sachzwängen" und der "Wirklichkeit dieser Welt" widersetzen?

Ich weiß darauf auch keine Antwort, auch wenn ich es während meiner (öffentlich-rechtlichen) Berufstätigkeit verstanden
habe, mich zur Wehr zu setzen. Anderswo wäre ich dafür vielleicht gefeuert worden.

Eins ist klar: Unter Christen sollte es so nicht sein, wenngleich man hier auch anderes hört.

Aber verantwortlich ist immer der Einzelne. An ihm liegt es, ob
er zu allem schweigt und stattdessen selbst weiteren Druck ausübt oder ob er Format hat. Im Fernsehen wurde einmal ein Bürgermeister lobend erwähnt, der alle unsinnigen Vorschriften missachtete, was aber von "höherer Stelle" geduldet wurde,
weil man genau wusste, dass der Mann recht hat.

Ich kann deshalb nur empfehlen, mit dem Herrn in Verbindung
zu bleiben und sich vom Geist Gottes leiten zu lassen - den
Mut zum Reden und Handeln muss jeder, unter Seiner Führung, selbst finden.


Jörgen Bauer