Gedanken zum Ewigkeitssonntag!

Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.

Hebräer 9, Verse 27-28

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Johannes 5, Vers 24




Ewigkeitssonntag! Wie der ganze November ist er Anlass über unsere Vergänglichkeit und unser Sterben nachzudenken.

Das Wort Gottes macht uns klar, dass es uns bestimmt ist zu sterben. Grund für unser Sterben ist der Sündenfall. Der Tod ist der Sünde Sold, wie die Bibel klar und eindeutig bezeugt. Unsere, uns zur Natur gewordene Trennung von Gott, als der Lebensquelle, ist es, was unsere Vergänglichkeit bewirkt.

Und nicht nur unsere! Die ganze Schöpfung stöhnt unter der Knechtschaft des vergänglichen Wesens und sehnt sich nach der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes, wie es Paulus im Römerbrief (Römer 8, 20 ff.) bezeugt. Und im November wird uns dies, durch das Absterben in der Natur, besonders sinnfällig vor Augen geführt.

Aber mit dem Tod ist „nicht alles aus“, wie manche meinen und vielleicht auch gerne hätten. Alles, was an Unrecht und Bösen geschehen ist, wird nicht einfach unter den Teppich gekehrt. Da geht nichts, aber auch gar nichts, verloren, da wird nichts, aber auch gar nichts „vergessen“.

Das lässt Gottes absolute Gerechtigkeit nicht zu. Da kommt alles auf den Tisch. Da kommt alles vor die unbestechlichen Richteraugen Gottes. Auch alles das, was im Verbogenen getan und vertuscht wurde und „nie aufgeklärt werden konnte“.

Da wird mancher „alt aussehen“, der meinte, hier billig davon zu kommen. Vor dem Gericht Gottes kann keiner, aber auch keiner, bestehen. Auch gläubige Christen könnten nicht bestehen, wenn Jesus uns nicht zusagen würde:

„Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht“.

Dafür verbürgt ER sich mit seinem Wort. Darauf können wir uns verlassen. Wohl uns, wenn wir bereits in diesem Leben reinen Tisch und von der Möglichkeit der Vergebung reichlich Gebrauch gemacht haben.

Der Tod hat für uns dann seine Schrecken verloren. Wir haben das ewige Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat. Wer hat, der hat, gilt auch hier. An dem geht das Gericht vorüber, weil er mit Christus gekreuzigt und damit auch Teil an seiner Auferstehung hat.

Und das bestätigt dann auch der Hebräerbrief. Für uns kommt Jesus Christus, bei seinem zweiten Kommen, deshalb nicht zum Gericht, sondern zum Heil, zur Vollendung.

„Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht;
mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht“,

heißt es dazu in einem Liedvers und in einem anderen:

„Ich glaub an Jesus, welcher spricht: Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht. Gottlob, ich bin schon frei gemacht, und meine Schuld ist weggebracht.

Wie gut und tröstlich ist diese Gewissheit! Für uns ist der Ewigkeitssonntag deshalb auch kein „Totensonntag“ mehr.

Also kein Sonntag für die Toten, die tot sind und tot bleiben. Am Ewigkeitssonntag, am Ende des Kirchenjahres, können wir deshalb einen Blick in die Herrlichkeit der Ewigkeit tun.


Jörgen Bauer