Sammelt euch nicht Schätze auf Erden

Sammelt euch nicht Schätze auf Erden

Schon seit einigen Wochen kann man beobachten, wie Handseife, Nudeln und Klopapier aus den Regalen verschwinden. Die Läden werden leergekauft. Die Menschen horten Vorräte, um sich auf eine mögliche Ausgangssperre oder Quarantäne aufgrund des COVID-19 Virus vorzubereiten. Die aktuelle Krisensituation bringt sehr deutlich ans Licht, wie sehr wir Menschen in unserem Herzen selbstsüchtig und egoistisch sind. Ich glaube, hinter dem aktuellen Einkaufsverhalten steckt die Angst, zu kurz zu kommen und der egoistische Antrieb, sich selbst abzusichern und für sich selbst zu sorgen. Und wenn ich ehrlich bin, merke ich auch als Christ, wie sich diese Gedanken in mir regen – und zwar nicht zu knapp. Ich empfinde es als wirkliche Herausforderung, mich nicht von diesem selbstsüchtigen und selbstbezogenen Antrieb leiten zu lassen.
 
Paulus schreibt in seinem Brief an Timotheus: "Das aber sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, dem Guten abgeneigt usw." (2 Tim 3,1-3). Dieser menschliche Egoismus entspringt einem sündigen und ungläubigen Herzen.

Die aktuelle Situation fordert uns alle heraus, uns nicht von diesen selbstsüchtigen Gedanken leiten zu lassen, sondern unser Herz ganz bewusst auf Gottes Wort auszurichten.
 
In Matthäus 6 lesen wir: "Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz" (Mt 6,19-21). Jesus spricht hier darüber, dass dieses Schätze sammeln und Vorräten horten dazu führt, dass wir unser Herz auf unseren irdischen, menschlichen Horizont ausrichten und Gott völlig aus dem Blick verlieren. Ich möchte mein Herz auf Gott ausrichten, weil ich weiß, dass dieser himmlische Vater so viel besser und umfassender und gewisser für mich sorgt als menschliche Sicherheit es je könnte. Jesus gibt uns die Zusage: "Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach all dem streben die Heiden, die Gott nicht kennen. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben" (Mt 6,31-33).

Womöglich werden die nächsten Wochen für uns zur Chance, täglich dieses Vertrauen auf Gott auszusprechen und unser Herz darauf auszurichten, dass Gott uns versorgt und es unsere Aufgabe ist, danach zu fragen, wie wir Gott heute dienen können und seine Liebe anderen Menschen weitergeben können. Ein Leben als Christen entspringt der Gewissheit, dass Gott alles für uns gegeben hat und er für uns sorgt. Diese Gewissheit vertreibt die Angst in unserem Herzen, zu kurz zu kommen und den selbstsüchtigen Antrieb, für uns selbst zu sorgen. Stattdessen ist es uns möglich, Gott zu fragen, wie wir anderen Menschen dienen können und geben, anstatt zu nehmen.
 
Vielleicht ist es dran, einen Korb zu packen und von den kostbaren Nudeln und Handseifen abzugeben. Ich persönlich habe es so empfunden, dass der gedankliche Kampf gegen den selbstsüchtigen Drang, mich abzusichern, konkrete Taten braucht, die ich diesem inneren Egoismus entgegensetze.
 
Welche angstvollen Gedanken stecken hinter Ihrem Verhalten?  Wie können Sie Ihr Herz auf Gottes Wort ausrichten? Wie wollen sie ganz konkret handeln, um Gottes Liebe und Versorgen weiterzugeben und mit anderen Menschen zu teilen?



Ihre
Esther Stoll



für das Evangeliumsnetz e.V.