Alle unter einem Dach

Alle unter einem Dach

"Hilfe, mir fällt die Familie auf den Kopf!" - Zurzeit sind viele Kinder zu Hause, weil Schulen und Kitas geschlossen sind. Eltern müssen zu Hause bleiben, weil sie im Home Office arbeiten, in Kurzarbeit oder arbeitslos sind oder weil sie sich um die Kinder kümmern müssen. Es gibt viele Gründe, weshalb sich Familienmitglieder alle unter einem Dach wiederfinden. Studenten ziehen vom Wohnheim wieder zurück zu den Eltern oder ein Familienmitglied erkrankt und muss zu Hause bleiben. Machen wir uns nichts vor – das ist eine Herausforderung! So sehr wir unsere Familien schätzen, so sehr kann sie uns auf die Nerven gehen. In vielen Familien sind Streit und Konflikte vorprogrammiert. Im normalen Alltag kann man sich vielleicht mehr aus dem Weg gehen, aber die aktuellen Corona-Ausgangssperren sorgen dafür, dass sich zurzeit viele Familien auf engstem Raum miteinander arrangieren müssen. Wie können wir dieses Miteinander gut und friedlich gestalten und diese Zeit des Zusammenseins als Chance nutzen, um in unsere Beziehungen zu investieren?

Paulus schreibt im Philipperbrief: "Schließlich, meine lieben Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen." (Philipper 4,8).

Orientiert euch am Guten – das ist der Rat des Apostels Paulus. In deinen eigenen Gedanken kannst du damit beginnen. In Bezug auf dich selbst macht es einen großen Unterschied, ob du dich mit Dingen beschäftigst, die wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, redlich und liebenswert sind oder ob du mit negativen, unwahren und abwertenden Gedanken beschäftigt bist. Wenn uns etwas misslingt kommen wir leicht in einen Abwärtsstrudel in unseren Gedanken. Und wenn wir mit uns selbst unzufrieden sind, reagieren wir auch schnell genervt und gereizt auf andere Menschen. Auch in Bezug auf unsere Mitmenschen macht es einen großen Unterschied, ob wir bewusst darüber nachdenken, was wir an Ihnen vorbildlich und liebenswert finden oder ob wir nur das im Blick haben, was uns stört. Versuchen Sie es einmal: Denken Sie an eine Person, mit der sie in den nächsten Tagen viel zusammenleben werden und überlegen Sie einmal, was Sie an ihr gut finden, was Lob verdient, worin sie sich wirklich Mühe gibt, was vorbildlich, wahrhaftig und gerecht ist. Und im zweiten Schritt sagen Sie es der Person auch. Loben Sie – ihre Kinder, ihre Eltern, ihre Partner.

Ich bin sicher, dass wird uns helfen, das enge Miteinander zu Hause besser zu gestalten und einander mit wertschätzenden Worten und Taten zu begegnen.


Ihre

Esther Stoll

für das Evangeliumsnetz e.V.