Man darf alles?

Man darf alles?


Was mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat, war die Frage, wie und wozu soll ich eigentlich Stellung nehmen, woran mein Verhalten in der derzeitigen Situation ausrichten? Verschiedene Experten haben unterschiedliche Aussagen zum Thema gemacht. Wem soll man da glauben? Worauf kann man sich eigentlich verlassen? Letztendlich kann man feststellen, das wir alle in einer Situation sind, in der wir noch nicht waren. Wir sind es gewohnt Sicherheit zu haben. Sicherheit, weil wir aus früheren Ereignissen gelernt haben, oder weil andere aufgrund früherer Erfahrungen wissen was die beste Handlungsweise wäre.

Am Beispiel des Maskengebots habe ich gemerkt, wie extrem kompliziert doch alles geworden zu sein scheint. Im Februar war es absolut nicht nötig und jetzt ist es Gebot. Im Februar hätte ich es verstanden und jetzt empfinde ich Maskentragen als eine Einschränkung meiner persönlichen Freiheit. Verschiedene Experten und Nicht-Experten treten mit unterschiedlichster Meinung auf. Wie also mit dieser Situation umgehen?

Nun gibt es ja immer wieder solche Situationen, in denen wir hin- und hergerissen sind zwischen verschiedenen Möglichkeiten und verschiedenen Handlungsoptionen.

Paulus, einer der ersten christlichen Missionare, hat sich schon vor 2000 Jahren damit auseinandergesetzt. Damals ging es darum ob man Fleisch das für Götzen geopfert worden ist essen darf oder nicht. Die Frage war ob man sich schuldig macht dieses Fleisch zu essen oder nicht. Und Paulus stellt fest, erstmal ist das Fleisch einfach Fleisch. Aber falls jemand anderes damit Schwierigkeiten hat, ist es besser das Fleisch nicht zu essen, um nicht den anderen durcheinander zu bringen. Genau kann man es im Neuen Testament, im 1.Brief an die Korinther, Vers 23–31 nachlesen.

Also, darf man alles?

Paulus schreibt:
"Man darf alles!" – aber nicht alles ist gut für euch.
"Man darf alles!" – aber nicht alles baut die Gemeinde auf.
Denkt nicht nur an euch selbst, sondern auch an die anderen!
1.Korinther 10, 23-24

Gerade in Situationen, wo wir nicht wissen was das Richtige zu tun oder lassen ist, ist das: „Denkt nicht nur an euch selbst, sondern auch an die anderen!“ ein Aufruf, nicht nur an mich, meine Familie und meine Freunde zu denken. Das macht das Entscheiden auch nicht immer einfach, aber es gibt mir zumindest eine Richtschnur.

elke
für das Evangeliumsnetz e.V.
(zuerst veröffentlicht auf www.elkes.blog)