Ein fröhlicher Geber sein

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

2. Korinther 9, 7


"Alle wollen sie nur mein Bestes - mein Geld!" Wer würde nicht diesen Spruch
kennen. Mir fällt hierzu die Weitergabe der Gideon-Schüler-Testamente an
einer Schule ein, wo mir ein Schüler sagte, dass er an der Kirche nicht leiden
könne, dass sie dauernd Geld wolle.

Tatsächlich ist es ja auch so, dass bei allen kirchlichen Veranstaltungen und christlichen Versammlungen, ständig um ein Opfer gebeten wird und auch
sonst die Sammelbüchsen umgehen.

Dem Schüler sagte ich dann, dass ich eine Einrichtung kenne, die auch dauernd Geld wolle und dazu noch viel gieriger und beharrlicher am Kassieren sei und fragte ihn welche Stelle das wohl sein könnte? Nachdem er nicht gleich drauf kam, half ich ihm weiter, indem ich ihm das Finanzamt nannte, einschließlich sonstiger Steuerämter, Beiträge- und Gebührenkassierer.

Darauf konnte er dann nichts mehr sagen, aber ihm wurde klar, dass es ohne Geld nirgendwo geht.

Wenn um eine Spende gebeten wird, hört man manchmal die Antwort "Ich gebe nichts, denn mir schenkt auch niemand etwas". Das ist eine der dümmsten Antworten, die ich kenne. Ich denke da immer an die Karrikatur von dem Ehepaar, das auf dem Grund einer Gletscherspalte festsaß und auf den Ruf "Hier Schweizer Bergwacht" zurückrief, "Wir gebbe nix!"

Alles was wir besitzen ist Gabe Gottes, auch unser Geld. Und wenn wir hiervon etwas abgeben, geben wir Gott nur etwas von dem zurück, was ohnehin IHM gehört und was wir lediglich verwalten.

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! Geben hat deshalb eigentlich nichts mit "Opfern" zu tun. Manche meinen ja, dass eine Gabe nur dann einen Wert hat, wenn sie einem recht weh tut. Davon lese ich in der Bibel nichts. Jeder soll das geben, was er sich zu geben vorgenommen hat und was er wirklich gerne gibt.

Ich sehe es als ein Geschenk an, etwas geben zu dürfen. Es soll nicht so sein, dass der Empfänger "froh sein muss, etwas zu bekommen". Andersherum wird ein Schuh draus. Denn Gott, der selbst unermesslich reich ist, lässt sich nichts schenken. Er gibt, was wir gerne und von Herzen geben, vielfältig zurück. Der Leser mag das mal ausprobieren.


Jörgen Bauer