Über diesen Kanal veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Luther Wegweiser.

1. Mose 15, 6

“Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.” 1. Mose 15, 6 So jemand fragen wollte, ob auch Abraham vor dieser Zeit wäre gerecht gewesen, wollte ich antworten: Ja, er wäre gerecht gewesen darum, daß er Gott geglaubt hatte. Es hatte Abraham, da er aus Gottes Befehl sein Vaterland verließ und sich in das Elend wagte, auch wohl einen trefflichen Glauben; es wird aber solches zu tun nicht allen befohlen. Darum wird auch dabei dieses nicht gesagt: Abraham glaubte Gott, und es ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Hier aber setzet es der heilige Geist, da er von

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1. Mose 12, 7

“Abraham baute dasselbst dem Herrn einen Altar. der ihm erschienen war.” 1. Mose 12, 7 Also siehet man, daß der heilige Patriarch, wie elend und fremd er ist, dennoch um der Verheißung willen, so ihm geschehen war, nach einem gewissen Ort und Wohnung denket; denn nun bauet er erstlich dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar, das ist, er verordnet einen Ort, darinnen die Kirche zusammenkäme, Gottes Wort zu hören, zu beten, Gott zu loben, zu opfern usw. Denn das heißt, einen Altar zu bauen. Abraham hat diesen Ort zum Altar nicht erwählt aus eigenem Rat, sondern es hat

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Römer 5, 11

“Wir rühmen uns Gottes durch unsern Herrn Jesum Christum, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben.” Römer 5, 11 Es pflegt der Teufel oft eine geringe Sünde zu erwischen, damit er alle guten Werke, die du jemals dein Leben lang getan hast, also verdunkle, daß du in dir nichts anderes als dieselbe einige Sünde siehst. Das kommt aber daher, wenn du dich mit dem Teufel in eine Disputation begibst. Darum überwindet ein Christ solche bösen Gedanken nimmer ganz, als wenn er sie verachtet. Denn der hoffärtige Geist, der Teufel, kann die Verachtung nicht leiden. Aber dazu gehört der heilige

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Römer 15, 1

“Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben.” Römer 15, 1 Ungern will man des andern Gebrechen dulden, sondern ein jeder fordert von dem andern, daß er vollkommen sei. Da denken und reden sie dann nur voneinander, und eines will hier hinaus, das andere da hinaus, daß er Frieden und Ruhe vor dem anderen habe und der Unlust überhoben sei. Wer aber kann, der beurlaubt das andere und stößt es von sich, schmückt sich danach und spricht, er tue es der Gerechtigkeit zuliebe, wolle nicht bei und um sich böse

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Matthäus 9, 9

“Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.”Matthäus 9, 9 Das ist ein trefflicher Trost, daß er so Unwürdige und Sünder zu Aposteln erwählt, auf daß dieselben wegen eines so hohen Amtes nicht stolz würden oder daß kein einziger Sünder in Christo ein Mißtrauen setzen oder an ihm verzweifeln möchte. Denn wer sind doch die, welche im höchsten Chor und in dem innersten Rat der Heiligen sitzen? Fürwahr, es sind große ausnehmende Sünder und Zöllner, die ihrer Gerechtigkeit nach billig mitten in der Hölle sitzen

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1. Johannes 1, 8

“So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.” 1. Johannes 1, 8 Das Reich Christi ist ein sündliches Reich, kein Heiliger wird hier nicht müssen sagen: O allmächtiger Gott, ich bekenne mich einen armen Sünder, rechne du der alten Schuld nicht! Werden alle das Liedlein müssen singen: Vater Unser, vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Die andern frommen Heiligen, die ihrer Heiligkeit kein Ende wissen, verstehen hiervon gar nichts und meinen, es sei mit dem Reiche Christi also getan, daß gar keine Sünde da sei, muß

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Galater 2, 16

“Weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht.” Galater 2, 16 Siehe zu, daß du dich nicht irre machen und vom Glauben auf die Werke führen lässest. Gute Werke muß man tun, aber nicht auf sie, sondern auf Christi Werk die Zuversicht bauen und die Sünde, Tod und Hölle nicht mit unseren Werken antasten, sondern sie von uns weisen auf den

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Titus 3, 14

“Laß, die Unsern lernen, daß sie im Stande guter Werke sich finden lassen, wo man ihrer bedarf, auf daß sie nicht unfruchtbar seien. ” Titus 3, 14 Also ist das nicht dein gutes Werk, daß du ein Almosen gibst oder betest, sondern wenn du deinem Nächsten dich ergibst und ihm dienst, wo er dein bedarf und du es vermagst, es sei mit Almosen, Beten, Arbeiten, Fasten, Raten, Trösten, Lehren, Ermahnen, Strafen, Entschuldigen, Kleiden, Speisen, zuletzt auch durch Leiden und Sterben für ihn. Sage mir, wo sind jetzt solche Werke in der Christenheit? Wollte Gott, ich hätte hier eine Stimme wie

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Epheser 6, 10.

“Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. ” Epheser 6, 10. Wollt ihr stark und unüberwindlich sein, so lasset den Herrn Christum eure Stärke sein. Den fasset wohl und übt euch in ihm, daß er euch wohl bekannt sei und ihr sein Wort rein behaltet und mit allem Fleiß lernet, täglich damit umgehet und es ins Herz hineintreibet, also gar, daß aus Gottes Wort und eurem Herzen e i n Ding werde und ihr der Sachen so gewiß seid und viel gewisser als eures eigenen Lebens. Wenn ihr das habt, so seid ihr

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Matthäus 10, 34 – 36

“Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter, und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.” Matthäus 10, 34 – 36 Aller Streit und Krieg des Alten Testaments sind ein Bild gewesen der Predigt des Evangeliums, das muß und soll Streit, Uneinigkeit, Hader und Rumor anrichten. In solchem Wesen ist gestanden die Christenheit zur Zeit der Apostel und Märtyrer, da sie am besten stand. Es ist ein seliger Unfriede, Aufruhr und Rumor, den Gottes Wort

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